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Die hohe Kunst des Zwischenraums

Der Bauherr war in einem Streckhof in Zellerndorf aufgewachsen. Dort planten ihm  franz Architekten ein puristisches Haus, das dem additiven Prinzip des Streckhofs folgt. In edle, schwarze Boxen gepackt, legen sich die einzelnen Funktionen an einem langen, gläsernen Gang im Garten quer und bilden so intime Höfe zwischen den Räumen aus. Die ganze Familie baute mit.

	
		Die Familie baute selbst: avantgardistisches Konzept, gemauerte Wände. 
	
		Fotos: Lisa Rastl

Die Familie baute selbst: avantgardistisches Konzept, gemauerte Wände.

Fotos: Lisa Rastl

Zellerndorf ist eine kleine Ortschaft im Weinviertel unweit der tschechischen Grenze. Hier haben die Eltern des Bauherren einen Streckhof, der aus mehreren Häusern mit steilen Dächern und schiefen Firsten zusammengewachsen ist. Er reicht vom Tor an der Straße bis zu Stadel und Schweinestall am Ende des Hofes, wo beide Söhne Kindheit und Jugend verbrachten. Robert Diem, ein Jahr älter, ging nach Wien und wurde Architekt. Sein Bruder Martin blieb daheim und wurde Polizist. Mit 28 beschloss er, sich auf einer Doppelparzelle sein eigenes Haus zu bauen. „Ich habe zehn Jahre gespart. Mein Bruder ist Architekt, da kam ein Fertigteilhaus nicht in Frage.“
Schlafen und Wohnen, dazwischen der Pool und viele Chancen, in Beziehung zu treten.
Schlafen und Wohnen, dazwischen der Pool und viele Chancen, in Beziehung zu treten.
Von Anfang an war klar, dass sehr viel in Eigenregie geschehen musste. „Im Weinviertel hat jeder seine Mischmaschine im Stadel. Man baut selber, deshalb sind die Wände ganz konventionell aus Hochlochziegeln gemauert“, so Architekt Robert Diem von franz. Dafür ist das Konzept avantgardistisch konsequent. „Wir sind im geschützten Freiraum des Streckhofs aufgewachsen. Es war ganz wesentlich, intime Außenbereiche zu schaffen. Jeder Raum sollte von Süden Licht und einen Bezug zum Garten haben.“ Also leben auf einer Ebene, raumprogrammatisch waren eine Garage für zwei Autos mit Werkstatt, eine Wohnküche mit einer Tafel für zwölf Personen, ein Schlaf – und zwei Kinderzimmer mit eigenem Bad gewünscht.

	Lieblingsplatz von Kindern und Angora-Katzen: Lesenische am Ende von Haus und Garten.
	
	Den vollständigen Beitrag und weitere Bilder finden Sie in architektur.aktuell
Lieblingsplatz von Kindern und Angora-Katzen: Lesenische am Ende von Haus und Garten.

Den vollständigen Beitrag und weitere Bilder finden Sie in architektur.aktuell
Diese Funktionen wurden in drei separate Boxen von 6,60 Meter mal 16,60 Meter aufgesplittet. Im Streckhof reihen sich Einfahrt, Stube, Zimmer und Stadel aneinander. Hier sind die quergestellten, leicht gegeneinander versetzten Raumeinheiten von Werkstatt/Garage, Wohnen/Arbeiten und Schlafen/Baden an einem gläsernen Gang aufgefädelt. Dieser 33 Meter lange Flur lässt zwischen ihnen hofartige Freibereiche entstehen, über die hinweg die Räume lose kommunizieren: Das Haus mit der schillernden Hülle aus gewelltem Polycarbonat formt sich seine Umgebung selbst. (…)
Isabella Marboe
Präsentiert von
architektur aktuell
Streckhof
2009

Zellerndorf, Niederösterreich

Bauherr
Martin Diem

Planung
franz ZT GmbH
Wien

Statik
Hauer Holztechnik GmbH

Fassaden
Gamma Kunststofftechnik GmbH

Dach
Hauer Holztechnik GmbH
Spenglerei Hörmannsdorfer

Mauerwerk
Alpine Mayreder Bau GmbH

Fenster
Tischlerei Schreitl

Türen
Tischlerei Lugbauer

Elektroinstallationen
Elektro Fleischmann GmbH

Heizung/Lüftung
Klima/Sanitär

Seifried Sanitär-
& Heizungstechnik GmbH

Böden
Mag. Kurt Parger

Möbel
Tischlerei Lugbauer
Moor & Moor

Grundstücksfläche
1.680 m2

Nutzfläche
288 m2

Bebaute Fläche
360 m2

Umbauter Raum
880 m3

Baukosten
350.000,– EUR

Kosten pro m2
1.150,– EUR
Medien Partner
architektur aktuell

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