In wallenden Kleidern – das BFI Bildungshaus

Hertl.Architekten
6. August 2021
Foto: Faruk Pinjo

Gernot Hertl spricht über den radikalen Umbau auf dem Campus des Berufsförderungsinstituts Oberösterreich in Linz, den er mit seinem Team gestaltet hat.

Worin liegt das Besondere an dieser Bauaufgabe?


Bei dem Gebäude handelt es sich um den Umbau von drei bestehenden Häusern, und wir wollten für das »Flaggschiff« der Bildungseinrichtung ein klares und großes Volumen entstehen lassen. So wurde mit der Zusammenlegung auch eine einheitliche Straßenflucht hergestellt, und wir haben die Höhen der Bauten angeglichen. Drei markante Ausschnitte aus der Hülle zeigen die Verbindung zum Innenhof, den neuen Haupteingang und eine hohe Eckloggia zur Adressbildung an der Wienerstraße.

Auch der Inhalt wurde geschärft: Das BFI (Berufsförderungsinstitut) wird an dem Standort als Kompetenzzentrum für Gesundheitsberufe etabliert.

Foto: Faruk Pinjo
Foto: Faruk Pinjo
Welche Inspiration liegt diesem Projekt zugrunde?


Im Inneren sollte eine entspannte Umgebung für die Besucher und Lehrenden entstehen. Gedämpfte Atmosphären prägen die übersichtliche Struktur, in der man sich gut orientieren kann. Nischen, Lufträume und schlanke Patios führen Tageslicht in die Tiefe und bieten Begegnungsräume zum Innehalten, Tratschen oder auch für die Vorbereitung auf den Unterricht.

Inwiefern haben Bauherrschaft, Auftraggeber oder die späteren Nutzer*innen den Entwurf beeinflusst?


Der Geschäftsführer Christoph Jungwirth hat sich mit viel Freude und Engagement für neue Ideen zur Bespielung des Hauses eingebracht. Er war schon bei den ersten Gestaltungsgesprächen involviert.

Foto: Faruk Pinjo
Foto: Faruk Pinjo
Beeinflussten aktuelle energetische, konstruktive oder gestalterische Tendenzen das Projekt?


Das Projekt ist als Maßnahme zur Nachverdichtung zu begreifen. Es ist von uns sowohl sozial als auch energetisch nachhaltig gedacht. Der Umbau nutzt, so radikal er auch erfolgt ist, doch gebundene graue Energie.

Foto: Faruk Pinjo
Welches Produkt oder Material hat zum Erfolg des vollendeten Bauwerks beigetragen?


Ganz offensichtlich ist die Vorhangfassade, die wir hier ganz wörtlich genommen haben, der Identifikationsträger des Gebäudes schlechthin. Der Vorhang als ein aus dem Innenraum gewohntes Element wird außen zur Besonderheit, er vermittelt Weichheit und stellt durch seine Bewegung das Leben im Haus dar. Es ist wunderbar, wenn der Wind durch die Konstruktion streift.  

Foto: Faruk Pinjo
Foto: Faruk Pinjo
Lageplan
Grundriss Erdgeschoss
Grundriss 4. Obergeschoss
Schnitte A und B
Bauwerk
BFI Bildungshaus
 
Standort
Raimundstraße 1–5, 4020 Linz
 
Nutzung
Bildungsbau
 
Auftragsart
Direktauftrag
 
Bauherrschaft
BFI Oberösterreich
 
Architektur
Hertl.Architekten ZT GmbH, 4400 Steyr
Gernot Hertl und Michael Albrecht
 
Fachplaner
Statik: Wernly+Wischenbart+Partner ZT GmbH, Steyr
Bauphysik: eco energy consulting GmbH, Kirchberg-Thening
 
Jahr der Fertigstellung
2021
 
Gesamtkosten
EUR 9,2 Mio.
 
Gebäudevolumen
25474 m3
 
Maßgeblich beteiligte Unternehmer
Statik: Wernly+Wischenbart+Partner ZT GmbH, Steyr
Baumeister: ARGE aus Holzhaider Bau, St. Oswald, und Kern
Fassade und Schlosserarbeiten: Riegler Metallbau GmbH, Steyr
 
Fotos
Faruk Pinjo

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