Neuer Arbeitsraum für den Biobauernhof Schabus

Gebaute Werte

Abel und Abel
11. Oktober 2019
Foto: Arnold Pöschl und Johannes Puch

Das Büro Abel und Abel hat einen neuen Wirtschaftsraum für den Biobauernhof Schabus in Watschig entworfen. Nachhaltigkeit und ein schonender Umgang mit Materialien und Ressourcen prägen die Gestaltung genauso wie die beiden historischen Bauten nebenan. Barbara Abel erklärt die Besonderheiten des Projekts.

Worin liegt das Besondere an dieser Bauaufgabe?

Zwei traditionelle Bauten – das Wohnhaus und der Stall – des Biobauernhofs Schabus sollten mit einem neuen Wirtschaftsbau verbunden werden. Ziel war, dass alle drei Gebäudeteile einzigartig sind und einen starken Charakter haben, dennoch aber ein stimmiges Ganzes bilden. Zudem spielen für die Bauernfamilie ein schonender Umgang mit Ressourcen und Achtsamkeit beim Einsatz von Materialien eine zentrale Rolle in ihrer täglichen Arbeit. Das hat uns imponiert. Eben diesen Prinzipien sollte das neue Wirtschaftsgebäude auch genügen. 

Nachdem die alten Zubauten entfernt waren, sozusagen groß »aufgeräumt« worden war, konnte es mit dem Bau losgehen. Das Ergebnis überzeugt: Heute können wir stolz sagen, dass der Hof nach der Umgestaltung dank seiner Beschaffenheit und geneigten Fläche bereits für einen Open-Air-Filmabend genutzt wurde.

Foto: Arnold Pöschl und Johannes Puch
Welche Inspirationen liegen diesem Projekt zugrunde?

Inspirieren ließen wir uns vor allem von unserer Bauherrschaft, der Familie, die auf dem Hof lebt und arbeitet. Ihre Lebensweise und ihr Verständnis von Nachhaltigkeit und Angemessenheit erachten wir als vorbildlich; an ihm haben wir uns orientiert.

Wie hat der Ort auf den Entwurf eingewirkt?

Bei der Ausführung wurde darauf geachtet, dass Firmen aus der Region zum Zug kommen. Auch dies ist im Sinne der Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung sehr wichtig. Wir erreichten so eine kurze Wertschöpfungskette und vermieden unnötig lange Transporte und Anfahrten. Dank des großen persönlichen Einsatzes und eifrigen Mitwirkens der Bauherrschaft konnte der Umbau in vorgegebener Zeit fertiggestellt werden.

Foto: Arnold Pöschl und Johannes Puch
Inwiefern haben Bauherrschaft, Auftraggeber oder die späteren Nutzer*innen den Entwurf beeinflusst?

Im Ortskern von Watschig – einem kleinen Dorf im Gailtal – führt unsere Bauherrschaft, die Familie Schabus, einen Bio-Milchverarbeitungsbetrieb. Auf ihrem Hof leben drei Generationen unter einem Dach, und zukünftig will sich die Familie mehr auf die Verarbeitung der Milch konzentrieren. Die alten Anbauten konnten diese Anforderungen nicht mehr erfüllen und mussten durch einen neuen Wirtschaftstrakt ersetzt werden.

Unser Verhältnis zur Bauherrschaft war sehr gut, der Austausch intensiv. Sie selbst sagte: »Man muss ab einem gewissen Punkt loslassen können und einfach vertrauen. Erst ab diesem Zeitpunkt wird sozusagen das Gebäude zum Objekt. Wir können nur sagen: Jederzeit wieder!«

Foto: Arnold Pöschl und Johannes Puch
Wie gliedert sich das Gebäude in die Reihe der bestehenden Bauten des Büros ein?

Der Umbau ist ein sehr kleines Projekt, doch er verdeutlicht unsere Haltung beispielhaft. Der architektonisch, aber auch ökonomisch und ökologisch sinnvolle Einsatz von Materialien ist uns wichtig. Neu war in diesem Fall die Verwendung von Dämmbeton. Ich würde von einem gelungene Experiment sprechen, aus dem wir viel für die Zukunft gelernt haben.

Welches Produkt oder Material hat zum Erfolg des vollendeten Bauwerks beigetragen?

Besonderen Wert haben wir auf die Gestaltung monolithischer Bauteile gelegt. Wir wählten dafür eine Mischung aus Massivholzbauweise und dem Einsatz Dämmbeton. Der Innenhof indes wurde wieder mit Steinen aus dem nahen Fluss gepflastert.

Lageplan
Grundriss
Schnitt
Name des Bauwerks Biohof Schabus
Ort Watschig 11, 9620 Hermagor, Watschig
Nutzung Wirtschaftsgebäude
Bauherrschaft privat
Architektur ABEL und ABEL Architektur ZT GmbH, Klagenfurt am Wörthersee
Jahr der Fertigstellung 2017
Fotos Arnold Pöschl und Johannes Puch

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