Sperlgymnasium – neue Freiheit in engem Rahmen

POS architekten
4. Juni 2021
Foto: Hertha Hurnaus

POS architekten haben in Wien eine Baulücke mit einem Gymnasium gefüllt. Ursula Schneider erklärt, wie auf engstem Raum ein überzeugender Schulbau entstanden ist, der ihren Vorstellungen von einer zukunftsfähigen Baukultur entspricht.

Worin liegt das Besondere an dieser Bauaufgabe?


Es galt, trotz extrem beengter Verhältnisse einen großzügigen Zubau mit vielen ökologischen Features zu errichten.

Foto: Hertha Hurnaus
Welche Inspirationen liegen diesem Projekt zugrunde?


Inspiration schöpfen wir grundsätzlich aus dem Ort und dem Raum, den wir den Nutzenden zur Verfügung stellen wollen. Dabei geht es uns immer darum, klimasensitiv zu planen. 

Wie hat der Ort auf den Entwurf eingewirkt?


Es musste für die Baulücke im gründerzeitlichen Bestand einerseits eine Antwort bezüglich der Fassade gefunden werden, andererseits kam es darauf an, im Hofbereich eine verbindende städtebauliche Positionierung zu schaffen, damit die Nachbargebäude keine Einschränkung erfahren würden und ein attraktiveres Ensemble entstehen würde. 

Foto: Hertha Hurnaus
Inwiefern haben Bauherrschaft, Auftraggeber oder die späteren Nutzer*innen den Entwurf beeinflusst?


Durch das vorgegebene Raumprogramm und die Ziele, die Grundlage für die Wettbewerbsausschreibung waren. Im Bereich des Bestands hat die Bauherrschaft den Sanierungsumfang im Laufe des Projekts erweitert, weil nach und nach weiterer Bedarf entdeckt wurde.

Wie gliedert sich das Gebäude in die Reihe der bestehenden Bauten des Büros ein?


Es ist ein Sonderprojekt an der Schnittstelle von Zubau und Sanierung und ein weiteres Bildungsgebäude für uns.  

Foto: Hertha Hurnaus
Beeinflussten aktuelle energetische, konstruktive oder gestalterische Tendenzen das Projekt?


Selbstverständlich! Wir versuchen immer so nachhaltig wie möglich zu planen. Vor allem haben wir uns zum Ziel gesetzt, die sommerliche Überwärmung gering zu halten; im konkreten Fall haben wir in allen Geschossen Balkone ausgeführt, die die großzügig verglaste Hoffassade im Sommer beschatten. Lüftungsklappen öffnen, wenn es drinnen zu warm wird, und über die Lufträume zwischen den Geschossen wird das Gebäude dann natürlich entwärmt – in der Nacht, aber auch während des Tages, wenn die Außentemperatur ausreichend niedrig ist. Darüber hinaus sind über die Balkongeländer Seile gespannt, und die Fassade kann zusätzlich von den Schüler*innen im Rahmen des Biologieunterrichtes bepflanzt werden. 

So entsteht innen ein luftiger, hoch verglaster und offener Lernbereich, der sich voll in den langen schmalen Innenhof der angrenzenden Liegenschaften öffnet, aber dennoch zu allen Jahreszeiten ausgezeichnete Innenraumbedingungen anbieten kann. 

Grundriss Erdgeschoss
Schnitt A
Bauwerk
Sperlgymnasium
 
Standort
Kleine Sperlgasse 4, 1020 Wien
 
Nutzung
Gymnasium
 
Bauherrschaft
Bundesimmobilienges.m.b.H
 
Architektur
POS architekten, Maria Treu Gasse 3/15, Wien
Entwurf: Marco Macrelli und Ursula Schneider
Projektleitung: Wolfgang Csenar
 
Fachplaner
Tragwerksplanung: KS Ingenieure, Wien
TGA: teamgmi, TB-Braun, Wien
Bauphysik: IBO, Wien
Brandschutzplanung: Kunz – die innov. BSPlaner, Wien
AVA: KS Ingenieure, Wien
 
Jahr der Fertigstellung
2020
 
Fotos
Hertha Hurnaus

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