In der Sommerfrische

 Katinka Corts
11. Juli 2018
Erholung in beeindruckender Gegend: ein IBA-Projekt lockt Besucherinnen und Besucher ins thüringische Schwarzatal (Bild: Dörthe Hagenguth)
Im Mitteldeutschen Thüringen krankt das Schwarzatal als eine von mehreren Regionen an Überalterung und Bevölkerungsschwund. Ein Projekt der IBA Thürigen in Zusammenarbeit mit dem Merle Stankowski Atelier will Gästen das Schwarzatal auch als neue Heimat schmackhaft machen.
Anfang des 20. Jahrhunderts war das Schwarzatal eine der bekanntesten Urlaubsregionen des Thüringer Waldes. Hier wurde in sogenannten Sommerfrische-Häusern übernachtet, meist kleine Hotels oder Pensionen, die in ihrer Bauweise lokale Bautraditionen und Materialien aufgriffen. Seit Jahren schon stehen viele dieser Häuser leer und finden keinen Betreiber. Der Verfall der Bauten spiegelt die demografische Entwicklung wider – bis 2030 wird mit einem Bevölkerungsrückgang von 30% gerechnet. Neue Zielgruppen sollen nun gewonnen werden, neue Gäste und womöglich Bewohner ins Schwarzatal finden. Seit 2015 schon lädt ein Tag der Sommerfrische ein, die vergessene Tradition wieder zu entdecken und neu zu beleben. Seit 2017 werden erste Häuser neu genutzt und alternative Betreiberkonzepte ausgearbeitet.
Wohnstube (Bild: Dörthe Hagenguth)
Eine Musterwohnung unter dem Titel 'Merle in der Sommerfrische' im Heimatmuseum in Döschnitz ist das erste realisierte Vorhaben. ​Das 400 Jahre alte Haus war das Verwaltungsgebäude der Brauerei Böttcher. Die Außenhülle wurde bereits vor Jahren denkmalgerecht saniert, das Heimatmuseum zog dann ins Haus, wurde aber so gut wie nicht besucht. Der Umbau zur Unterkunft bietet dem Ort eine neue Chance, Interessierte in die Gegend zu holen. Entsprechend der Pläne des Merle Stankowski Ateliers  bauten lokale Handwerker das Haus auf die ursprünglichen Raumproportionen zurück und machten es wohnlich. Neben dem Apartment sollen in den Jahren 2018/2019 u.a. ein Gemeinschaftsraum mit Küche und weitere Zimmer unter Beibehaltung einzelner Formate des Heimatmuseums eingerichtet werden. Wer in der Unterkunft nächtigen oder wohnen möchte, möge sich direkt an die Architekten wenden, die momentan die Buchungen verwalten.
Döschnitz mit Fassade Heimatmuseum (Bild: Thomas Müller)

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