17. Architekturbiennale von Venedig: Goldene Löwen verliehen

John Hill, Katinka Corts
31. August 2021
Ein Goldener Löwe ging nach Deutschland: Das Team von raumlabor berlin wurde für seinen Beitrag »Instances of Urban Practice« ausgezeichnet. (Foto: Andrea Avezzù, mit freundlicher Genehmigung der Biennale di Venezia) 

Neben der Auszeichnung der besten Beiträge zur wichtigsten Architekturausstellung wurde die herausragende Architektin Lina Bo Bardi posthum für ihr Lebenswerk geehrt.

Traditionell werden die Goldenen Löwen schon zu Beginn der Biennale verliehen. In diesem Jahr aber war das aufgrund der fortdauernden Pandemie und der gegen die Ausbreitung des Virus ergriffenen Maßnahmen nicht möglich. Jetzt, drei Monate später, wurden die sechs Preise in Anwesenheit der Jury verliehen. Die Veranstaltung wurde von Roberto Cicutto, dem Präsidenten der Biennale di Venezia, zusammen mit Hashim Sarkis, dem Kurator der Hauptausstellung, und den fünf Jurymitgliedern Kazuyo Sejima, Sandra Barclay, Lamia Joreige, Lesley Lokko und Luca Molinari moderiert.

Einen Goldenen Löwen erhielt Lina Bo Bardi (1914–1992) posthum für ihr Lebenswerk. Die aus Italien stammende Architektin hatte vor allem in Brasilien gewirkt und dort Bauten realisiert, die bis heute als herausragend und wegweisend gelten. Hashim Sarkis überreichte die Trophäe stellvertretend Sol Camacho, der Kulturdirektorin des Instituto Bardi. Die weiteren Auszeichnungen gingen an Teilnehmende der Hauptausstellung und Kuratoren der Länderpavillons.

Prämierte Beiträge in der Hauptausstellung

  • Goldener Löwe für den besten Teilnehmer an raumlabor berlin für »Instances of Urban Practice« 
    Die Jury spricht von einem »inspirierenden kollaborativen Ansatz, der für Partizipation, Erneuerung und kollektive Verantwortung plädiert«.
  • Silberner Löwe für vielversprechende junge Teilnehmer an die Foundation for Achieving Seamless Territory (FAST) für »Wassermelonen, Sardinen, Krebse, Sande und Sedimente: Border Ecologies and the Gaza Strip« 
    Laut der Jury handelt es sich bei dem Beitrag um »einen gewagten Vorschlag, der uns einlädt, über geteilte Geschichten, landwirtschaftliche Praktiken, Rituale des täglichen Lebens und die Realitäten von Besiedlung und Besetzung nachzudenken«.
  • Besondere Erwähnung für das »Anthropozän-Museum: Exhibit 3.0 Obsidian Rain« von cave_bureau
    Eine »fantasievolle und kreative Erkundung eines der ältesten Lebensräume des Menschen«, nennt die Jury den Beitrag zur Begründung.

Ein Goldener Löwe ging an das Team hinter dem Länderpavillon der Vereinigten Arabischen Emirate. (Foto: Andrea Avezzù, mit freundlicher Genehmigung der Biennale di Venezia) 
Prämierte Länderpavillons

  • Goldener Löwe für »Wetland« der Vereinigten Arabischen Emirate
    Die Jury beschreibt den Beitrag als »ein kühnes Experiment, das uns anregt, über die Beziehung zwischen Abfall und Produktion nachzudenken, und das neue Konstruktionsmöglichkeiten zwischen Handwerk und Hochtechnologie eröffnet«.
  • Besondere Erwähnung für die russische Schau »Open!« 
    Die Jury begründet die Wahl, indem sie den Beitrag als »eine sensible und sorgfältige architektonische Renovierung eines historischen Pavillons in den Giardini, die ihn für seine unmittelbare Umgebung und für die Zukunft öffnet« beschreibt.
  • Besondere Erwähnung für den Beitrag »Structures of Mutual Support« der Philippinen
    Die Jury beschreibt die Schau als »ein beispielhaftes Gemeinschaftsprojekt, das ein reichhaltiges Archiv und Erfahrungen mit gemeinschaftlichen Baupraktiken schafft«.


Lesen Sie alle Berichte über die 17. Architekturbiennale von Venedig unserer Schweizer Redakteurin Susanna Koeberle

Kürzlich zeigte das Schweizerische Architekturmuseum in Basel im Rahmen der Schau »Access for All. São Paulos soziale Infrastrukturen« Arbeiten von Lina Bo Bardi.

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