Aus Alt mach Neu

Manuel Pestalozzi
14. November 2019
Diese Recycling-Garne und Vliesse bestehen weitgehend aus Altkleidern. (Foto © Hochschule Luzern)

Die Themen Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung sind aktuell wie nie. Vliesse und Teppiche aus abgetragenen Kleidungsstücken – um diese Variante des Urban Minings bemühen sich daher in der Schweiz die Hochschule Luzern und die Organisation Texaid.

In der Schweiz macht es die NEST-Unit UMAR vor: Materialien erhalten am Bau ein zweites Leben. Forscher*innen der Hochschule Luzern (HSLU) und von Texaid verfolgen das selbe Anliegen; gemeinsam entwickelten sie Methoden, um Altkleidung zu einem groben Garn zu verspinnen, das sich gut zur Herstellung von Teppichen eignet. Aus den kürzeren Fasern und sogar aus dem Staub, der beim Reißen der Stoffe entsteht, stellten Design- und Materialforscher*innen Prototypen verschiedener Produkte her, die beispielsweise der Schalldämmung dienen.

Texaid verfolgt den »Close the Loop«-Ansatz: Die Organisation möchte textile Kreisläufe nachhaltig und ganzheitlich schließen und für den Rohstoff Altkleider neue Verwendung finden. Sie hat dafür in Zusammenarbeit mit Coop und gefördert durch Innosuisse das Projekt »Texcycle« ins Leben gerufen, in dessen Rahmen die Forschungstätigkeit stattfindet. In einem ersten Schritt analysierten die Forscher*innen die Prozesse der Altkleideraufbereitung und optimierten sie für neue Anwendungen. In der Wollspinnerei Huttwil wurden Materialien zu Faden versponnen. Dabei stellte sich heraus, dass die besten Resultate erzielt werden, wenn das rezyklierte Material aus den Altkleidern mit Wollabfällen aus der Spinnerei kombiniert wird. So lässt sich ein 100 Prozent-Recycling-Garn herstellen und der grobe Faden zu Teppichen weiterverarbeiten. Erste Prototypen sehen vielversprechend aus.

Designforscher*innen von Design & Kunst und die Materialforscher*innen des Departements Technik & Architektur der HSLU präsentierten überdies auch erste Vlies-Prototypen. Damit das Material am Bau verwendet werden darf, muss bewiesen werden, dass es frei von Schadstoffen ist und nicht brandgefährlich.

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