Aus Alt mach Neu – der Umbau der Volksschule Brixlegg

Ulf Meyer
10. Juni 2021
Foto: Angelo Kaunat

Das Team der Architekturhalle hat das alte Schulhaus zum Zentrum eines Ensembles mehrerer Bildungsbauten im Kern der Tiroler Gemeinde gemacht.

»Zeitgemäße technische Gebäudestandards und eine wohltuende Atmosphäre, die für die kindliche Entfaltung wesentlich ist« – das hat sich das Tiroler Büro Architekturhalle beim Umbau der Volksschule von Brixlegg zum Ziel gesetzt. Das Team gewann den Architekturwettbewerb mit der Idee, die Außenräume umzustrukturieren und das Innere unter Beachtung des ursprünglichen Konzepts zu einer modernen Lernlandschaft zu machen.

Foto: Angelo Kaunat

Die Volksschule befindet sich unmittelbar im Ortskern von Brixlegg, östlich von Innsbruck im Inntal gelegen, und bildet mit der benachbarten Mittelschule, der Polytechnischen Schule und dem Ortskindergarten ein Ensemble, das Kinder in einer sicheren und übersichtlichen Umgebung groß werden lässt. Die Erschließung an der Römerstraße allerdings bot vor dem Umbau keinen Vorbereich für die Schüler*innen. Wegen seiner Nähe zur Straße war der Eingangsbereich eine Gefahrenzone. Durch das Verlagern der Parkplätze gelang es den Architekten beim Umbau, neu einen Freibereich zu generieren, einen attraktiven und besonnten Pausenhof im Freien. Er dient als gemeinsamer Schulhof, verbindet alle umliegenden Bildungsbauten schwellenlos miteinander und bildet so das Zentrum des Ensembles.

Bei der Umgestaltung haben die Architekten im Inneren die bestehende Konfiguration des Volksschulhauses aufgegriffen und jene zugleich an die heutigen Anforderungen angepasst. Garderobe, Bibliothek und Aula wurden auf einer Ebene zusammengefügt. Diese Raumkette kann bei Veranstaltungen zusammengeschlossen und als Foyer genutzt werden. 

Foto: Angelo Kaunat

Der Eingang dient bei außerschulischer Nutzung als Erschließung des Untergeschosses. Schiebbare Elemente bilden Schutzmembrane für die Räume im Erd- und Obergeschoss. Lift und Treppe ins Untergeschoss dienen als Verteilerfläche für Veranstaltungen. Die Klassenräume wurden um die Aula angeordnet und über Nischen erschlossen, die Schwellen bilden und Vorbereiche definieren. 

Die neuen Gruppenräume wurden so positioniert, dass sie von beiden Seiten aus den Klassentrakten zugänglich sind. Sie lassen sich nach Süden öffnen und bilden Lernlandschaften. Durch das Umstrukturieren des Untergeschosses war es möglich, einen hohen Turnsaal mit Tribüne zu integrieren. In dieser Ebene befinden sich auch die Kreativ- und Werkräume, die sich zu einem grünen Vorbereich öffnen, der Raum für das Arbeiten im Freien bietet. Durch das Abtragen einer alten Garage und das Öffnen der Räume zum Hof gelang es, den Charakter der oberen Etagen auch im Untergeschoss zu bieten. 

Der Umbau ist ein Gewinn. Es sind neue visuelle Verbindungen entstanden, die die Schule als Ganzheit erlebbar machen. Die Atmosphäre im Inneren ist nunmehr freundlich und angenehm. Und auch die Freiräume haben, wie eingangs erwähnt, deutlich an Attraktivität zugelegt.

Foto: Angelo Kaunat

Andere Artikel in dieser Kategorie