Ausgezeichnetes Ufer in Zürich

Manuel Pestalozzi
11. Juli 2020
Der Wipkingerpark an der Limmat (2004) bietet auf einer Länge von 300 Metern einen abgetreppten Zugang zum Fluss. (Foto: Pierre Marmy / Schweizer Heimatschutz)

Der Schweizer Heimatschutz zeichnet Stadt und Kanton Zürich für die gemeinsame Pflege und Weiterentwicklung der Fluss- und Seeufer im Stadtgebiet mit dem »Schulthess Gartenpreis« aus. 

Die Zürcher Ufer sind meistens weit, die Zugangsrouten vielseitig. Man kann sie gemeinsam genießen und sich dabei je nach Lust und Bedarf doch aus dem Weg gehen. In Pandemie-Zeiten ist darum umso begrüßenswerter, dass Qualitäten der Übergänge von Parkräumen und Wasserflächen mit einem Preis bedacht werden. Der Schweizer Heimatschutz verleiht den »Schulthess Gartenpreis« seit 1998. Er würdigt herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Gartenkultur. Ausgezeichnet werden können die Erhaltung und Pflege historisch wertvoller Gärten und Parkanlagen sowie die Realisierung von besonders qualitätsvollen zeitgenössischen Grünanlagen. Dieses Jahr erfolgt die Ehrung in zweiterer Kategorie.

Seit 2015 schließt der knapp 300 Meter lange Cassiopeiasteg auf der linken Seite des Seebeckens eine große Lücke des durchgehenden Uferwegs. (Foto: Pierre Marmy / Schweizer Heimatschutz)

Der Schweizer Heimatschutz freut sich, dass die neuen oder ergänzten Anlagen an See, Limmat und Sihl nicht nur beliebte Naherholungsgebiete der Bevölkerung sind, sondern auch Pflanzen und Tieren wichtigen Lebensraum bieten. Dies fördert die Biodiversität. Schönheit und Pragmatismus ergänzen sich oft: Mit vielen Eingriffen gingen Hochwasserschutzmaßnahmen einher.

In den 1980er-Jahren wurde der Schanzengraben durch Wege und Stege als linearer Park erlebbar gemacht. Die 1,5 Kilometer breite Fußgängerpromenade entlang des einstigen Kanals der Zürcher Befestigungsanlagen gilt heute als Pionierprojekt. (Foto: Pierre Marmy / Schweizer Heimatschutz)

Die bezaubernden Werke tragen ferner auch zu einer immer besseren Wasserqualität bei; bis in die 1960er-Jahre war in Zürich der »stinkende See« ein regelmäßiges Gesprächsthema. Dass die natürlichen Gewässer in der Stadt heute als Ort der naturnahen Erholung gelten, ist daher auch jenseits der landschaftsgestalterischen Interventionen eine zivilisatorische Leistung.

Zum »Schulthess Gartenpreis 2020« hat der Heimatschutz eine Begleitpublikation herausgegeben.

Auch die Ufer der Sihl laden seit einigen Jahren zum Verweilen ein, beispielsweise bei der Sigi-Feigel-Terrasse unterhalb des historischen Kasernen-Ensembles. Die Baumaßnahmen am Fluss sind unterdessen noch nicht abgeschlossen. (Foto: Pierre Marmy / Schweizer Heimatschutz)

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