Für Hyundai hat das Atelier Brückner in Korea Automobilität neu inszeniert

Auto-Erotik

 Ulf Meyer
8. Mai 2017
Bild: Hyundai Motor Company
Die Zeiten, in den die koreanischen Automarken für bezahlbare Qualität, aber nicht für innovatives Design und «Distinktion» standen, scheinen vorüber zu gehen.
Bei der gestalterischen Aufwertung der Marke «Hyundai» setzten die Manager auf europäische Design-Expertise: Koreas größter «Car Culture Experience Park» in Goyang nahe Seoul wurde von Delugan Meissl (Wien) und dem Atelier Brückner (Stuttgart) gestaltet. DMAA hatten 2011 bei einem geladenen Wettbewerb den 1. Preis bekommen und mit dem Porsche-Museum bei Stuttgart bereits eine ebenso starke Referenz wie Brückner mit der Gestaltung des BMW-Museums in München.

Die immersive «Marken-Architektur» von Hyundai erzählt die Herstellung von Fahrzeugen rückwärts, vom fertigen Automobil über seine Produktion bis zum Design. Ein thematischer Parcours mit acht Stationen führt vom «Showcase», in dem aktuelle Modelle präsentiert werden zunächst zum «Loop», einer kugelförmige Kunstinstallation aus Fahrzeugteilen, die Recycling-Kreisläufe darstellt. Vier große Glaszylinder zeigen in «Create» die faszinierende Eleganz der Industrieroboter. Im runden «Airbag»-Raum veranschaulichen 90 Airbags das Thema Sicherheit. Um Aerodynamik und Effizienz im Raum «Wind» zu illustrieren dient ein Windkanal-Ventilator als Zentrum für digitale Windlinien, die ein Monitorband durch den Raum zieht. Im Bereich «Powertrain» ermöglichen es fünf raumhohe Scheiben die Funktionen von Motoren nachzuvollziehen. Ein «Green Elevator» bringt Besucher schließlich in den Bereich «Design» im dritten Obergeschoss, zum Höhepunkt der architektonischen Promenade: Ein Monitorband mit 70 m Länge und eine kinetische Skulptur aus 1411 einzeln ansteuerbaren Aluminium-Stäben veranschaulichen den Designprozess eines Automobils. Die Stäbe reagieren auf die Bewegungen der Besucher, die innerhalb von Sekundenbruchteilen aus dem Boden bis auf 1,4 Meter Höhe ausfahren und «tanzen». Die Freude an den «Choreografisch fließenden Bewegungen der Stäbe» währt freilich nur so lange, bis man sich vom neuen Design Center in Goyang wieder im Schneckentempo über die chronisch verstopften Straßen auf den Weg nach Seoul macht.
Bild: Hyundai Motor Company
Bild: Hyundai Motor Company
Architektur von Delugan Meissl und Atelier Brückner (Bild: Hyundai Motor Company)

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