»DAM-Preis 2020« für Berliner James-Simon-Galerie

Manuel Pestalozzi, Elias Baumgarten
6. Februar 2020
Foto: Simon Menges

David Chipperfield Architects gewinnen mit dem Neubau der James-Simon-Galerie in Berlin den »DAM-Preis 2020«. Für die Jury ist der strenge, schmucklose Torbau zur Museumsinsel ein »gelungener Stadtbaustein«.

Das Deutsche Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt am Main zeichnet mit »DAM-Preis« jedes Jahr herausragende deutsche Bauten aus. Bei der heurigen Ausgabe fiel die Wahl auf die neue James-Simon-Galerie von David Chipperfield Architects. Obwohl in Deutschland Wohnungsbau die wichtigste Architekturaufgabe ist, wurde ein Repräsentationsbau ausgezeichnet.

Für die Jury ist die James-Simon-Galerie ein »neuer, gelungener Stadtbaustein«. Das Bauwerk ist das neue Tor zur Museumsinseln. Es beherbergt einen großen Museumsshop, Garderoben und Toiletten. Hinzu kommen ein Vortragssaal, ein Café, ein Restaurant und eine eigene allgemeine Wechselausstellungsfläche. All das ist nötig, weil immer mehr Kulturinteressierte ins Zentrum der deutschen Kapitale strömen. 

Foto: Simon Menges
Fortführung alter Ideen

Chipperfield hat sich mit dem Bau so stark in die Berliner Museumsinsel eingeschrieben wie sonst nur Karl Friedrich Schinkel (1781–1841) und Friedrich August Stüler (1800–1865). Die James-Simon-Galerie bindet die bestehenden Bauten zusammen. Sie vollendet die Idee Königs Friedrich Wilhelm IV. von Preußen, eine Tempel-artige Anlage als »Freistätte für Kunst und Wissenschaften« zu schaffen.

Foto: Simon Menges
Qualitätsvolle Kälte

Materialien und Ausführung seien »exquisit gewählt und gefügt«, lobte die Jury. Im Inneren wird der Bau von glatten Sichtbetonoberflächen geprägt, die mit einer transluzenten Marmorwand oder Furnieren aus dunklem Walnussholz sowie Handläufen und Beschlägen aus Bronze und Böden aus Muschelkalk kontrastiert werden. Die Fassade zeichnet sich aus durch einen Marmorzuschlag im Beton, der das Gebäude je nach Lichtsituation kühl-weiß und fast unecht wirken lässt. Schmucklos und doch opulent präsentiert sich die Bauherrschaft, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, mit dem Objekt.

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