Die Donau als Symbol für das Miteinander

Manuel Pestalozzi
15. Juni 2022
Foto © Kunstmeile Krems/Christian Redtenbacher

 

Chiharu Shiota wechselte nach einem Studium an der Universität Seika in Kyōto an die Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Danach zog es die Japanerin nach Braunschweig und schließlich nach Berlin, wo sie heute lebt. Für ihre Installationen nutzt Shiota gerne Fundstücke, beispielsweise Schuhe oder Koffer. Zu ihrem Markenzeichen entwickelten sich beeindruckende Gespinste aus Wollfäden, die die Künstlerin in Ausstellungsräumen installiert. Besagte Fundstücke flicht sie dabei ein. Ihre Arbeiten verändern die Atmosphäre der Räume wesentlich und wirken sehr architektonisch.

 

Foto © Kunstmeile Krems/Christian Redtenbacher

In den Räumen der Landesgalerie Niederösterreich in Krems durfte Chiharu Shiota nun die Installation »Across the River« verwirklichen. Sie ist noch bis Mitte Jänner kommenden Jahres in dem Bau von Marte.Marte zu bestaunen. 

Das Kunstwerk im Ausstellungsraum im Erdgeschoss ist ein dichtes Geflecht aus roten Wollfäden – 700 Kilometer lang wären diese entflochten und aneinandergereiht. Diese verstätete Chiharu Shiota in Zillen, kleine Boote, die bis heute im deutschen und österreichischen Donauraum anzutreffen sind und in der Wachau als kulturhistorisch bedeutende Verkehrsmittel gelten. Die traditionellen Wasserfahrzeuge sind für die Künstlerin ein Sinnbild für das Reisen. Als Wasserstraße fließt die Donau durch mehrere Länder Europas, sie überwindet Grenzen und wirkt völkerverbindend. Diesen Aspekt verstärkt die Künstlerin durch verschiedene historische Landkarten des Donauraums, die sie in das Fadengeflecht eingewoben hat. »Die Donau ist ein starkes Symbol dafür, wie wir Menschen miteinander verbunden sind – bei allen kulturellen Unterschieden. ›Across the River‹ spiegelt diese Zusammengehörigkeit wider«, erklärt sie. 

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