Effizienz mit Mehrwert

Elias Baumgarten
12. August 2019
Visualisierung: Janusch © PLOV Architekten ZT GmbH

PLOV Architekten haben den offenen Wettbewerb um die Erweiterung des B[R]G Perchtoldsdorf gewonnen. Besonderes Lob brachte den Architekt*innen die Ausgestaltung des neuen Eingangsbereichs des Schulhauses mit einladendem Vorplatz ein.

Perchtoldsdorf liegt südwestlich von Wien. Das Schulhaus der Gemeinde vor den Toren der Hauptstadt ist in die Jahre gekommen und überdies zu klein geworden. Es muss saniert und erweitert werden. Ein offener Wettbewerb wurde europaweit ausgeschrieben. PLOV Architekten heißt das siegreiche Büro. Besonders die städtebauliche Setzung und die durchdachte Anordnung der Funktionen im Inneren ließen das Pendel zugunsten des jungen Teams ausschlagen, das im Wiener Stadtelefant Quartier bezogen hat. Die Umsetzung seines Projekts soll etwa 12,6 Millionen Euro kosten.

Überzeugender Städtebau und hohe Funktionalität

Die kammförmige Struktur des Altbaus soll mit einem 3-geschossigen Zubau erweitert werden, der sich im Osten an den Bestand andockt. Im Zuge der Umgestaltung soll der Haupteingang des Schulbaus verlegt werden und sich neu in der Roseggergasse befinden. Dort ist ein großer, einladender Vorplatz geplant, der sowohl als Schulhof wie auch als öffentlicher Raum funktionieren könnte. Diese Maßnahme, welche auch dem Quartier einen Mehrwert bieten würde, wird im Jurybericht besonders lobend hervorgehoben. Überzeugt hat ferner auch die Anordnung der Räume im Inneren. Im Erdgeschoss soll ein großer Mehrzweckraum fortan das Zentrum der Schule bilden. Der Musiksaal wäre mit diesem direkt verbunden, sodass beide bei Feiern, Konzerten und Festen gemeinsam genutzt werden können. Direkt benachbart sind Speisesaal und Aufwärmküche vorgesehen. Ein Stück mehr wird so das Herz des Hauses und ein Mittelpunkt für die Schulgemeinschaft ausgestaltet. Zudem werden allfällige Synergien gut genutzt.

Ein weiterer architektonischer Höhepunkt des Entwurfs ist die »offene Sitzstufenanlage« entlang der Mittelachse des Baus. Die langgezogene Stiege soll durch Oberlichter und große Öffnungen in der Fassade belichtet werden. Die Pläne versprechen ein spannendes, vielschichtiges und helles Raumgefüge. Die Architekt*innen erhoffen sich, dass dieser Raum von den Schüler*innen alsbald als Treffpunkt, aber auch zum Lernen angeeignet wird.

Im Neubau sollen außerdem unter anderem Tagesbetreuungsbereiche und vier Gruppenräume untergebracht werden. Die Pläne von PLOV sehen vor, dass sich letztere im Bedarfsfall zu einem großen Raum für Konferenzen oder auch die Maturaprüfungen koppeln lassen. Die Räume für Verwaltung und Administration sollen indes pragmatisch direkt beim Eingang einen neuen Platz finden.

Auch die Wirtschaftlichkeit des Projekts und die Zurückhaltung im Umgang mit dem Bestand vermochten die Jury schlussendlich zu überzeugen. Bis wann das Vorhaben umgesetzt sein wird, steht indes noch nicht fest.

Lageplan
Grundriss Erdgeschoss
Grundriss 1. Obergeschoss
Grundriss 2. Obergeschoss
Schnitt

Verwandte Artikel

Vorgestelltes Projekt

SPF:a

Wallis Annenberg Center for the Performing Arts

Andere Artikel in dieser Kategorie