Ehre für die Hülle: Sonderpreis für den multifunktionalen Bau der Innsbrucker Stadtbibliothek

Manuel Pestalozzi
11. November 2021
Die Jury überzeugte der Bau, den das Tiroler Büro LAAC entworfen hat, mit seiner Fassadenkonstruktion. Auch sonst hat das Gebäude unweit vom Hauptbahnhof viel zu bieten. (Foto: Marc Lins)

Erstmals wurde im Rahmen des Aluminium-Architektur-Preises eine Auszeichnung speziell für Metallbau verliehen. Sie ging an das Team, das den Komplex, der Bibliothek, Wohn- und Geschäftshaus gleichzeitig ist, verwirklicht hat.

Neben dem Aluminium-Architektur-Preis, der schon seit 1998 im Zweijahresrhythmus vergeben wird, gibt es nun vom Aluminium-Fenster-Institut (AFI) neu auch einen Sonderpreis für Metallbau. Nachdem die Vergabe voriges Jahr durch die Pandemie torpediert wurde, fand die feierliche Übergabe erst im Oktober dieses Jahres statt. Geehrt wurde der Kärntner Metallbauer Ing. A. Sauritschnig Alu-Stahl-Glas für seinen Beitrag zum »P2 Urbaner Hybrid«. Der Komplex in der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck ist Stadtbibliothek, Wohn- und Geschäftshaus in einem. Der bemerkenswerte Bau, der vom einheimischen Büro LAAC gestaltet wurde, steht an der Amraserstraße, direkt am Gleisfeld und nur wenige Meter vom Hauptbahnhof entfernt. Das 2018 vollendete Gebäude prägt das Quartier rundherum und die ganze Stadt wesentlich mit.

Foto: Marc Lins
Foto: Marc Lins

Das Team der Firma Sauritschnig arbeitete an der Fassade des Bauwerks. Es entwickelte dessen Sonnenschutzkonstruktionen im Sockel- beziehungsweise Geschäftsbereich, die Fensterkonstruktionen mit innenliegendem Sonnenschutz sowie die vorgehängten, hinterlüfteten und in eloxierte Aluminiumrahmen eingefassten Emailglasfassaden. Die Fachjury, die paritätisch aus Vertreten aus der Architektur- und Metallbaubranche zusammengesetzt war, begründete die Auszeichnung wie folgt: »Besonders markant und fordernd ist die extreme Kleingliedrigkeit der facettenreichen Außenfassade. Zur Anwendung kommen unterschiedliche Konstruktionen in verschiedenen Varianten, die gerade, polygonal und rund gebogen ausgeführt sind. Das Gebäude sieht von außen glatt aus, hat aber eine große Komplexität in den Details und wirkt plastisch.« Dass die erfolgreiche Umsetzung auch etwas mit der Qualität der handwerklichen Ausführung zu tun hat, soll mit der Ehrung überdies in Erinnerung gerufen werden.

Foto: Marc Lins
Foto: Marc Lins

Doch nicht nur der Metallbaubetrieb wurden geehrt. Auch das Architektenteam von LAAC, der Bauherr Pema, der Aluminium-Profilsystem-Anbieter AluKönigStahl und der auf die Oberflächenveredelung spezialisierte Betrieb Piesslinger erhielten jeweils eine spezielle Urkunde aus Aluminium.


Wir haben Kathrin Aste und Frank Ludin anlässlich des 10-Jahr-Jubiläums von LAAC besucht und mit ihnen über ihre Arbeit und Haltung gesprochen.

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