Fünf Freunde

Ulf Meyer
13. Januar 2022
Kern des Schulzentrums Unterland II ist ein zentraler Platz. (Visualisierung: sonaar für Cukrowicz Nachbaur Architekten)

Das Team von Cukrowicz Nachbaur soll das Schulzentrum Unterland II in Liechtenstein bauen. Durchgesetzt haben sich die Vorarlberger mit einer Komposition aus Holzbauten, die einen zentralen Platz umstehen.

Beim Wettbewerb für das Schulzentrum Unterland II in der Gemeinde Ruggell in Liechtenstein wurde der Entwurf des Bregenzer Büros Cukrowicz Nachbaur mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Es galt, eine Berufsmittelschule, eine Sekundarstufe für bis zu 200 Schüler*innen, eine Dreifachsporthalle, Sonderunterrichtsräume und Büros für die Verwaltung in der Anlage unterzubringen. Die Architekten entwickelten eine Baukörperkomposition, die der Idee folgt, ein kleines Dorf zu schaffen. Jeder Bestandteil der neuen Anlage solle eine eigene Adresse, einen eigenen Charakter und eine eigene Identität bekommen, so die Gestalter. Wie fünf Freunde stehen die Gebäude beisammen, in der Mitte befinden sich ein Platz und die Eingangshalle. 

Mit dieser Gruppierung konnten Andreas Cukrowicz und Anton Nachbaur-Sturm das Preisgericht unter Vorsitz von Regierungsrätin Graziella Marok-Wachter und unter der fachlichen Leitung des Architekten Dieter Jüngling im Juli 2021 in der ersten Runde noch nicht restlos überzeugt. Insgesamt 26 Büros aus Liechtenstein, der Schweiz, Österreich und Deutschland hatten am Wettbewerb teilgenommen. Das Preisgericht beschloss, drei Beiträge überarbeiten zu lassen. Mit dem zweiten Rang wurde dann letztlich das Basler Büro Lukas Raeber Architekten ausgezeichnet, und auf den dritten Platz kam das einheimische Team von Ospelt Strehlau Architekten. 

Sichtbare Holzoberflächen sollen sinnliche Interieurs schaffen. (Visualisierung: sonaar für Cukrowicz Nachbaur Architekten)

Verwirklicht werden soll der siegreiche Entwurf, an dem auch das Team von Vogt Landschaftsarchitekten aus Zürich beteiligt war, in Holzbauweise. Das Raumkonzept beruht auf Clustern, in denen je vier Klassenzimmer zusammengefasst werden. Das Herzstück jeder dieser Raumgruppen bildet jeweils ein Pausen- und Versammlungsraum – ein mittlerweile erprobtes und erfolgreiches Konzept. 

Die Kombination von offenen und geschlossenen Zonen, Höfen, Balkonen und Außenterrassen soll das Lernen begünstigen und zugleich viel Raum zum Spielen lassen. Die Gebäude werden »überschaubar« und ein »zweites Zuhause« sein, versprechen die Architekten. Mit dem Bau der Anlage soll im nächsten Jahr begonnen werden, die Fertigstellung ist für 2026 geplant. 

Die Wettbewerbsbeiträge werden vom 29. Jänner bis zum 6. Februar 2022 im Gemeindesaal von Ruggell gezeigt. Geöffnet ist die Ausstellung an Wochentagen von 16 bis 19 Uhr und an Wochenenden von 14 bis 17 Uhr.

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