Bebauungsplan für Hotel-Turm genehmigt

Grünes Licht für Wolkenkratzer

 Carsten Sauerbrei
2. Januar 2018
Der 175 m hohe Estrel-Tower soll zusammen mit dem bestehenden Hotel (rechts) eine Torsituation bilden. (Modellfoto: Werner Huthmacher)
Der Baustart für Berlins ersten Wolkenkratzer, den 175 Meter hohen Estrel-Tower der Berliner Architekten Frank Barkow und Regine Leibinger rückt näher. Mit der Genehmigung des Bebauungsplans nahm das Projekt im Dezember eine weitere Hürde.
Frankfurt hat welche. In Bonn steht mit dem «Posttower» auch einer. Und Berlin wird bald seinen ersten erhalten. Die Rede ist von Wolkenkratzern, Hochhäusern ab einer Höhe von 150 Metern. Mit der Zustimmung der Verordneten des Berliner Bezirks Neukölln auf ihrer Dezembersitzung zum Bebauungsplan für die Erweiterung des bestehenden Hotel- und Kongressstandorts rückt der Baustart für den 175 Meter hohen Estrel-Tower näher. Schon 2014 gewann das Berliner Büro Barkow Leibinger, die in Berlin auch den Tour Total realisierten, den Wettbewerb für einen neuen Hotel- und Veranstaltungskomplex gegenüber von Deutschlands größtem Hotel. Neben dem zukünftig höchsten Hotelturm Deutschlands mit 814 Zimmern sollen auf dem drei Hektar großen, ehemaligen Industriegelände eine Kongresshalle, ein Bürohaus und ein Parkhaus entstehen. Aufgegeben wurde dagegen die im Wettbewerbsentwurf vorgesehene Shoppingmall.
Ein als öffentlicher Freiraum gestalteter Uferstreifen verbindet beide Hotel-Standorte, den vorhandenen und den geplanten, miteinander. (Modellfoto: Werner Huthmacher)
Zusammen mit dem vorhandenen Hotel soll der neue Hochhausturm auf ausdrücklichen Wunsch des Bauherrn und Hoteleigentümers Ekkehard Streletzki eine Torsituation bilden, erläuterte Frank Barkow den Wettbewerbsentwurf 2014 im Interview mit German Architects. Damit ein solcher Zusammenhang entstünde, hätten sie auch versucht, mit der Formensprache zu arbeiten, die es dort bereits gebe, so Barkow weiter. Das Legespiel Tangram, das überwiegend auf Dreiecksformen basiert, sei eine Assoziation gewesen, wie man die notwendigen Einzelteile zu einem Ensemble zusammensetzen kann, ergänzt er. Daher zögen sich kristalline Formen wie ein roter Faden durch den Entwurf, die Kubaturen, die Fassade.

Gebäudehöhe nicht unumstritten

Die am Standort des zukünftig höchsten Wohngebäudes Berlins ursprünglich nicht erlaubte Gebäudehöhe von 175 Metern fand schon 2012 bei einer Tagung des Baukollegiums des Berliner Senats Zustimmung. Die aktuell amtierende Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) meint dagegen, dass es kaum Sinn mache, außerhalb des S-Bahnrings den bislang einzigen Wolkenkratzer Berlins zu bauen, während man am Alexanderplatz, dem zentralen Plangebiet für Hochhäuser, gerade auf eine Maximalhöhe von 130 Metern zurücksteuere, wie der Berliner Tagesspiegel unlängst berichtete. Der Berliner Hochhausplan, der die Entwicklung an den Hochhausstandorten City West, Europacity, Alexanderplatz, Potsdamer Platz, Treptower Park und Ostbahnhof regeln soll, wird erst 2019 vorliegen, so vor Kurzem die Berliner Zeitung. Bis dahin wird der Estrel-Tower hoffentlich schon längst im Bau sein.
Polygonale Elemente in der Formensprache der Neubauten stellen eine Verbindung zum bestehenden Hotelkomplex her. (Modellfoto: Werner Huthmacher)

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