In neuem Glanz: BEHF Architects haben das Traditionsrestaurant »K+K« umgebaut

Ulf Meyer
27. Februar 2020
Foto © Helge Kirchberger Photography

Das Restaurant »K+K« befindet sich in einem denkmalgeschützten Altbau in Salzburg. Der schöne Ort wurde fit für die Zukunft gemacht.

Ambiente, Service und Kochkunst sind für den Erfolg eines Restaurants in gleichem Maße wichtig. Viele engagierte Betreiber*innen sind sehr interessiert an der architektonischen Gestaltung ihrer Gaststätten. Angenehmes Licht und gute Akustik sind Grundvoraussetzungen für einen attraktiven Gastraum, aber entscheidend ist das Vermögen, den Besucher*innen das Gefühl zu geben, bewirtet zu werden. Es dem Gast leicht zu machen, sich wohl zu fühlen, ist die große Kunst der Restaurant-Gestaltung. Der Entwurf von BEHF Architects aus Wien für das berühmte Lokal »K+K« (Koller+Koller) in Salzburg wirkt wie ein Maßanzug für die Gastronomen.

Die Häuser in der Salzburger Altstadt sind meist hoch und schmal geschnitten. In einem davon befindet sich besagtes Restaurant. Der Umbau des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes sollte dessen charakteristisches Gewölbe aus dem 12. Jahrhundert schön zur Geltung bringen und zugleich einige moderne Akzente setzen. Die Architekten gingen behutsam mit den historischen Räumen um. Eingang und Gastraum im Erdgeschoss wurden grundlegend umgestaltet und mit einem zweiten Zugang neu erschlossen. Damit kehrte ein Stücke Baugeschichte zurück: Schon früher gab es den zweiten Eingang. Durch ihn gelangt man in die Stuben in den Obergeschossen und zum historischen »Freysauff Keller«. 

Foto © Helge Kirchberger Photography
Foto © Helge Kirchberger Photography

Eine italienische Tagesbar, an der man Wein und Kaffee trinken kann, wurde neu eingebaut. Die großartigen Gasträume im Obergeschoss hingegen, einst vom Tiroler Architekten Clemens Holzmeister (1886–1983) umgestaltet, blieben unangetastet. 

Edle Materialien und feine Verarbeitung prägen die Gasträume. Die Gewölbedecke mit barockem Putz wurden mit gebürsteten Messingmosaikplatten verkleidet, die auf einer unsichtbaren Unterkonstruktion aus Kunststoff montiert sind. Diese kann jederzeit leicht entfernt werden, sie schädigt die alte Substanz nicht. Die neue Bekleidung ist akustisch wirksam, denn Schall kann durch die Fugen dringen. Das Logo des Traditionshauses, das eine tanzende Füchsin und einen Hahn zeigt, wurde auf den Mosaikfliesen integriert. Die Graphikdesignerin Cristina Spano aus Barcelona hat es dafür angepasst. 

Die Wände sind mit Holzlamperien verkleidet, die auf der Horizonthöhe der Gewölbescheitelkante von dunklem Nussholzfurnier zu getöntem Spiegelglas und hellerem Eichenholzfurnier wechseln. Der Fußboden besteht aus Marmor-Terrazzo, stellenweise wurde er sorgsam saniert.

Foto © Helge Kirchberger Photography

Das Mobiliar ist aus Leder und Holz in gedeckten Tönen. Die Sitzmöbel, Bänke und Sessel sowie Tische sind einfach und robust. Stil und Komfort schließen sich bei diesem Projekt nicht aus. Die Architekten haben bequeme Möbel ausgewählt und teils eigens entworfen. Metall, Marmor und Holz sind handwerklich hochwertig verarbeitet. Licht und Schatten wurden geschickt als Komponenten der Raumdramaturgie genutzt. Leuchten und Licht sind in ihrer Gestaltung gleichwichtig. Auch erstere wurden von BEHF Architects in Zusammenarbeit mit den Herstellern eigens für das Restaurant entworfen. 

Die architektonische Gestaltung artikuliert die Ideen des Gastronomen. Sie wirkt glaubhaft und authentisch, selbstverständlich und unaufdringlich. Jeder Platz fühlt sich wie der Beste an.

Foto © Michael Nagl

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