Karl und Bremhorst bauen Villacher Stadthalle um

Manuel Pestalozzi
9. September 2021
Auch die äußere Erscheinung der Stadthalle wird sich wesentlich verändern. (Visualisierung © Karl und Bremhorst Architekten)

Noch ist der Bau aus den 1960er-Jahren nicht im besten Zustand. Doch mit Sanierung und Erweiterung soll die Anlage wieder aufblühen. Zudem kann dank des Eingriffs ein Damen-Leistungszentrum für Eishockey angesiedelt werden.

Die Stadthalle von Villach wurde 1969 gebaut. Sie steht an der Tiroler Straße, einer Ausfallachse westlich des Stadtzentrums. Aufgrund ihrer Lage könnte die dem Sport gewidmete Multifunktionshalle eigentlich eine Portalfunktion haben. Doch in ihrem aktuellen Zustand wirkt sie nicht besonders repräsentativ: Viele Anbauten von unterschiedlicher Qualität umringen sie. Das soll sich ändern, der in die Jahre gekommene Bau soll angepasst und erweitert werden. Darum wurde ein offener, einstufiger Realisierungswettbewerb ausgelobt. Verlangt waren dabei zahlreiche Neuerungen wie aktualisierte Banden, Toiletten, Duschen, Kabinen und Veranstaltungsräume. Außerdem sollte ein Athletik- und Skillbereich entstehen sowie ein Tiefparkdeck mit bis zu 120 Parkplätzen. Und schließlich war ein Bundesleistungszentrum für Eishockeyspielerinnen neu zu integrieren, das durch den Ausbau in Villach angesiedelt werden kann.

Die Jury konnte Ende Juli unter 13 Entwürfen aus dem In- und Ausland auswählen. Bei den besten Beiträgen haben die Juroren um Nachbesserungen gebeten. Schließlich entschieden sie sich einstimmig für den Beitrag von Karl und Bremhorst Architekten. Der Entwurf des Wiener Büros, das bereits viel Erfahrung mit Bauten für den Sport hat, beeindrucke, so hieß es zur Begründung, durch schlichte Eleganz und den mit Abstand geringsten Flächenverbrauch aller eingereichten Projekte. Dank einer klugen Raumaufteilung können nicht nur alle Anforderungen der Eissportler*innen erfüllt werden, es ist auch Platz für großzügige Athletik- und Veranstaltungsbereiche; und sogar eine neue Laufbahn kann eingebaut werden. Ein modernes Energie- und Ressourcenmanagement, so die Jury, trage überdies zur Nachhaltigkeit des Projekts bei. »Funktionalität und Nachhaltig­keit waren zentrale Aspekte. Der Entwurf ist aber nicht nur energeti­sch und ökologi­sch vorbildlich«, lobte Bürgermeister Günther Albel, »er geht weit über einen klassischen Neubau hinaus. Denn auch die Bestandshalle wird in ihrer Funktio­nalität optimiert.«

»Wir werden nun den Planvertrag mit dem Wettbewerbssieger verhandeln. Danach werden die umfangreichen Planungsarbeiten und die Ausschreibung der Bauaufträge abgewickelt. 2023 und 2024 planen wir zu bauen«, fuhr der Politiker gegenüber der Presse fort. Wenn das Projekt entsprechend der veröffentlichten Visualisierung umgesetzt wird, verwandelt sich die Stadthalle in einen kompakten, repräsentativen Baukörper, der an einer exponierten Stelle die Blicke auf sich ziehen wird. Die Gesamtkosten werden aktuell auf 23 Millionen Euro beziffert, wobei das Land Kärnten acht Millionen beisteuert und sich der Bundesanteil auf rund fünf Millionen belaufen dürfte. In jedem Fall aber wird Villach von Bund und Land eine zweistellige Millionensumme lukrieren.

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