Manu-Fakten schaffen

Ulf Meyer
25. Juni 2020
Visualisierung: Steiner AG

Geht es nach Bauherrschaft und Architekten, wird das Manufakt-Gebäude in Zürich-Altstetten ein Prototyp für Gewerbebauten in der ganzen Schweiz. Im Februar schon wurde der Grundstein gelegt, 2022 sollen die Räumlichkeiten bezugsbereit sein.

Im Februar dieses Jahres wurde in Altstetten der Grundstein für das Gewerbehaus »Manufakt 8048« gelegt, das von Theo Hotz Partner Architekten gestaltet wurde. Der Entwurf hatte sich bereits 2014 an einem Wettbewerb durchgesetzt, der zum Ziel hatte, Manufakt als Marke für Gewerbebauten an verschiedenen Standorten zu etablieren. Die Architekten haben ein Weißbuch gemeinsam mit einer Branding Agentur erstellt, in dem Grundprinzipien hierfür formuliert wurden. Sie sollen bei weiteren Manufakt-Gebäude überall in der Schweiz Anwendung finden. 

Das Grundstück am Bahnhof Altstetten liegt zwischen dem Gleisfeld und der Autobahn 1. Das Quartier Altstetten Nord hat sich in den letzten Jahren vom Industrie- zum Dienstleistungsstandort entwickelt. Das Manufakt-Haus soll ortsansässigen Gewerbebetrieben ein passendes Angebot bieten und eine Adresse für das Viertel bilden. Der Baukörper hat einen zentralen Erschließungshof als Dreh- und Angelpunkt. Der Eingang ist architektonisch deutlich markiert, die fußläufige Erschließung erfolgt vom Bahnhof Altstetten her. Vom Haupteingang aus gelangt man über den Innenhof in alle Geschosse. Um den Gewerbebau herum wird es bepflanzte Flächen, Bäume und Straßenmöbel geben. Das Flachdach soll als Retentionsfläche dienen. Der Bau werde optisch nicht in kleinere Teile aufgegliedert, denn seine Einfachheit solle Identität stiften, sagen die Architekten. Außenliegende Sonnenstoren sollen die Fassaden und Laubengänge wirkungsvoll verschatten. Die Materialpalette ist übersichtlich und robust.

Visualisierung: Steiner AG
Visualisierung: AG

Obwohl Theo Hotz (1928–2018) zu Lebzeiten als einer der bekanntesten Hightech-Architekt der Schweiz galt, ist das Manufakt als »Lowtech«-Gebäude konzipiert: Die Gebäudetechnik und der Ausbaustandard sind minimal, die konstruktiven Details einfach. Die Räume können von den Nutzer*innen vielfältig angepasst und verändert werden. Geht es nach den Architekten, könnten Manufakt-Gebäude bald in vielen Schweizer Gewerbegebieten visuellen Halt bieten. 

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