Österreichischer Einfluss

John Hill, Elias Baumgarten
10. Oktober 2019
Die »Pile City New York« von Peter Trummer ist in der Ausstellung »Resident Alien« zu sehen. (Visualisierung: Peter Trummer)

»Resident Alien« – das tönt nach einem neuen Science-Fiction-Film. Doch verbirgt sich dahinter eine neue Ausstellung in New York, die sich dem Wirken österreichischer Architekt*innen in den Vereinigten Staaten widmet. Unser amerikanischer Redakteur John Hill hat sich für World-Architects.com umgesehen.

Rudolph Schindler (1887–1953) und Richard Neutra (1892–1970) wanderten vor beziehungsweise nach dem Ersten Weltkrieg in die Vereinigten Staaten aus. Beide Architekten fanden sich schließlich im Süden Kaliforniens wieder, wo sie erfolgreich arbeiteten. Ab 1926 wohnten die beiden Loos-Schüler gar gemeinsam mit ihren Familien in einem Haus, ehe sie sich 1930 entzweiten. Viele weitere österreichische Architekt*innen folgten ihrem Beispiel und wanderten in die Staaten aus – aus den unterschiedlichsten Beweggründen. Etliche weitere zogen Aufträge jenseits des Atlantiks an Land und bauten in den USA. Das Austrian Cultural Forum New York (ACFNY) widmet ihnen allen nun eine große Schau: »Resident Alien«. Kuratiert haben sie Stephen Phillips und Axel Schmitzberger, zu sehen ist sie in den Räumlichkeiten der Institution (11 East 52nd Street, 10022 New York) noch bis zum 17. Februar kommenden Jahres. Gefragt wird nach dem Einfluss von Architekturschaffenden aus Österreich auf die Bauproduktion und -kultur in den Vereinigten Staaten. Besucher*innen erwarten vor allem Fotos, Montagen, Pläne und Modelle. Auch Kleider, Möbel und Videoinstallationen gibt es zu bestaunen.

Foto © David Plakke für das Austrian Cultural Forum New York
Foto © David Plakke für das Austrian Cultural Forum New York

Gegliedert ist die Schau in fünf thematische Abschnitte: »Primitive Domains«, »Aggregate Families«, »Urban Terrestrials«, »Cloud Natures« sowie »Media Atmospheres«. »Primitive Domains« meint Bauten und Entwürfe, die in geometrischen Objekten wie Würfeln, Quadern, Kegeln oder Zylindern ihren gestalterischen Ausgangspunkt haben. Zu sehen ist in diesem Teil beispielsweise die ARB Residence von Schmitzberger, die sich aktuell in Kalifornien im Bau befindet. »Aggregate Families«, der zweite Abschnitt, ist Arbeiten von Paul T. Frankl (1886–1958) und Adolf Loos (1870–1933) gewidmet, die von den Hochhäusern Chicagos und New Yorks inspiriert sind. Gezeigt werden dort ferner digital fabrizierte Objekte und Produkte. »Urban Terrestrials« und »Cloud Natures« beanspruchen den größten Teil der Ausstellung. Unter ersterem Titel werden Projekte gezeigt, die von Hans Holleins beeindruckenden Collagen aus den 1960er-Jahren inspiriert sind. »Cloud Natures« fokussiert, wie der Name bereits erahnen lässt, auf die Arbeiten von Coop Himmelb(l)au. Zu sehen sind in diesem Abschnitt außerdem Werke von Haus-Rucker Co. und Frederick Kiesler (1890–1965), die desselben Geistes Kind sind und in einem engen Diskurszusammenhang mit diesen stehen. Unter dem Titel »Media Atmospheres« schließlich werden unter anderem Videoinstallationen gezeigt – zum Beispiel von Andrea Lenardin und Bettina Khano:

Foto © David Plakke für das Austrian Cultural Forum New York
Foto © David Plakke für das Austrian Cultural Forum New York
Foto © David Plakke für das Austrian Cultural Forum New York

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