Porös, offen und grün

Ulf Meyer
29. Januar 2020
Visualisierung © IKEA

querkraft architekten haben eine neuartige, grüne IKEA-Filiale in der Wiener Innenstadt entworfen. Die Bauarbeiten sollen schon im kommenden Jahr abgeschlossen sein.

Die Wellblechkästen in den schwedischen Nationalfarben sind an den Stadträndern von sieben österreichischen Städten nicht zu übersehen. Weltweit gibt es mehr als 400 davon. Aber das Modell, mit dem eigenen Auto nach Suburbia zum Einkaufen zu fahren, passt nicht mehr in die Zeit. Viele Großstadtbewohner*innen haben sogar überhaupt kein Auto mehr. Das Möbelhaus reagiert und folgt seinen Kund*innen in die dichter werdenden Innenstädte: Am Wiener Westbahnhof soll eine IKEA-Filiale neuen Typs entstehen. Entworfen hat den Bau, der schon im nächsten Jahr eingeweiht werden soll, das Wiener Büro querkraft. Er wird (nur) mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sein (es stehen keine Parkplätze zur Verfügung) und soll »porös, offen und grün« werden. querkraft hat sich von den Stahlregalen inspirieren lassen, aus den Kunden sonst ihre Bausätze fischen. Der Neubau ist daher ebenfalls eine Regal-artige Stahlkonstruktion – von 4,5 Meter Tiefe. Im Erdgeschoss werden sich städtische Arkaden befinden, in die drei aus dem Altbau vertriebene Unternehmen (Friseur, Bäcker, Hörgeräteakustiker) einziehen sollen, die beim Abriss des »Blauen Hauses«, das zuvor auf dem Grundstück stand, ihre Geschäftsräume verloren haben. Das Dach ist ein öffentlich zugänglicher Raum und wird ebenso mit Bäumen bepflanzt wie die Loggien in den Fassaden. Das schwedische Möbelhaus wird nicht der einzige Nutzer des Neubaus sein, denn zwei Etagen werden als Jugendherberge dienen. Der Möbelmarkt nutzt die unteren vier Stockwerke. Der Neubau soll eine »BREEAM Excellent«-Zertifizierung als umweltfreundlicher Bau bekommen. Rechtzeitig zum 70. Geburtstag des IKEA-Katalogs wird Wien ein neues Möbelhaus direkt an der Mariahilferstraße bekommen, in dem der moderne Städter seine Kleinmöbel kaufen und nach Hause schleppen kann. Größere Schränke und Betten werden geliefert. Vielleicht kommen in Zukunft Gastro-Gäste zur Mittagspause ins Möbelhaus? Es gibt Hotdogs, Blaubeer-Kekse und Köttbullar…

Visualisierung © IKEA
Visualisierung © IKEA

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