Unterricht im Hochhaus, Sport im Stadion

Manuel Pestalozzi
28. Januar 2021
Auch eine Schulmensa ist in der Sockelpartie eines der beiden Hochhäuser vorgesehen. (Visualisierung: Caruso St John Architects)

Die Zahl der Schüler*innen in Zürich wächst stetig. Weil die Stadt kaum noch über unbebaute Flächen verfügt, müssen auch unkonventionelle Lösungen her. Und so mietet sie in einem der beiden Hochhäuser des Projekts »Ensemble«, das auf dem Hardturm-Areal realisiert wird, Räume für eine Schule. Für den Sportunterricht werden Räume im Mantel des Fußballstadions bereitstehen, das nebenan gebaut wird.

Das Projekt »Ensemble« sieht auf dem Zürcher Hardturm-Areal den Bau eines Fußballstadions, einer Genossenschaftssiedlung und zweier Hochhäuser vor. Das Projekt war in der Schweizer Metropole lange heftig umstritten und darf nun nach mehreren Rekursen und Volksabstimmungen gebaut werden. Wie jetzt bekannt wurde, wird die Anlage auch eine Schule umfassen. Konkret sind sechs Primar- und zwölf Sekundarschulklassen geplant. Für sie möchte die Stadt Räume im Sockel eines der beiden Hochhäuser mieten. Für die architektonische Ausgestaltung zeichnen Caruso St John Architects verantwortlich, die zum Architektenteam hinter »Ensemble« gehören. Das erforderliche Raumprogramm für die Unterrichts- und Betreuungsflächen ist im Erdgeschoss sowie im ersten bis fünften Obergeschoss umsetzbar. Die Außenraumflächen der Schule sind in der Umgebung des West-Turms vorgesehen. Im Mantel des geplanten Fußballstadions sollen der Schule überdies Räumlichkeiten für den Sportunterricht zur Verfügung stehen.

Das Schulhaus wird den untersten Teil des West-Turms belegen. (Modellfoto: Stadt Zürich)

Die Stadt Zürich sieht die Schule »Hardturm« als Gewinn für alle Seiten. Sie erwartet, dass die Zahl der Schüler*innen bis zum Schuljahr 2027/28 weiter stark ansteigen wird. Die Unterbringung einer Schule im Turm sei vor diesem Hintergrund ein wichtiger Beitrag zur Deckung des großen Bedarfs an Primar- und Sekundarschulraum in den Schulkreisen Limmattal und Waidberg. Da es sich um eine Gesamtschule handelt, kann diese je nach Bedarf mit weniger Sekundar- und mehr Primarklassen belegt werden oder umgekehrt. Die Schule ergänze, so die Bauherrschaft, das Projekt »Ensemble« optimal, das, wie eingangs erwähnt, viel Wohnraum umfasst. Die Verantwortlichen sprechen denn auch von einer weiteren Aufwertung.

Läuft alles wunschgemäß, kann die Schule im Sommer 2025 in Betrieb genommen werden. Noch ist der Plan allerdings politisch umstritten: Die Zürcher Grünen kritisieren, die ursprünglich für Geschäfte vorgesehenen Räume seien zu laut. Außerdem verlangen sie, dass diese, wenn schon, der Stadt gehören sollen.

Visualisierung: Caruso St John Architects

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