Vorarlberger Generationengespräch

Elias Baumgarten
22. Januar 2020
Hans Purin, »Siedlung Halde«, Bludenz, 1965–1967 (Foto: Friedrich Achleitner © Architekturzentrum Wien, Sammlung)

Vorarlberg – viele Gestalter*innen aus dem In- und Ausland blicken anerkennend und bisweilen auch neidvoll auf unser westlichstes Bundesland. Das »Ländle« wird vielfach bewundert für seine hochstehende Baukultur. Doch welche Faktoren ermöglichen diese überhaupt? Und wie geht man in Vorarlberg, das schon seit den 1960er-Jahren als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit und ressourcenschonende Architektur gilt, heute mit den drängenden Fragen der Zeit um? Das fragt dieser Tage die Schau »Vorarlberg – Ein Generationendialog« im Architekturzentrum Wien.

Noch bis zum 10. Februar dieses Jahres zeigt das Architekturzentrum Wien (Az W) die Schau »Vorarlberg – Ein Generationendialog«. Die Ausstellung erklärt, inwiefern ein starkes, traditionsbewusstes Handwerk, gute Architekt*innen, ein liberales Baurecht, experimentierfreudige Bauherr*innen und eine offene Bevölkerung das Bundesland im äußersten Westen der Republik seit den 1960er-Jahren zur Vorzeigeregion in Sachen qualitätsvolle Architektur avancieren ließen. Neben ausgewählten Arbeiten von Hans Purin, Rudolf Wäger, Gunter Wratzfeld und der Architektengemeinschaft C4 werden auch Projekte jüngerer Architekt*innen präsentiert, so etwa von ARTEC Architekten, bernardo bader architekten, Cukrowicz Nachbaur Architekten, Matthias Hein und Helena Weber. So entsteht ein spannender »Generationendialog«, die Stärken der Vorarlberger Bau- und Architekturkultur werden eindrücklich herausgearbeitet. Doch zeigt die Schau dabei auch, dass selbst im so sehr bewunderten »Ländle« nicht alles zum Besten steht. Zum Beispiel ist das Einfamilienhaus dort besonders populär und die Zersiedelung ein großes Problem. Zudem ist der Druck, nachhaltige Lösungen zu finden, heute – wie überall – sehr hoch. Wie antworten die jungen Architekt*innen Vorarlbergs auf diese Lage? Und gibt es dabei Gemeinsamkeiten oder Überschneidungen mit den Ansätzen der älteren Generation? Aber auch: Welche Veränderungen haben sich über die Zeit in Haltung und Vorgehen ergeben?

Die Anreise nach Wien ist Ihnen zu weit? Die Ausstellung wird ab dem 13. März 2020 im Vorarlberger Architekturinstitut (vai) zu sehen sein.

bernardo bader architekten, Islamischer Friedhof, Altach, 2007–2012 (Foto: Adolf Bereuter)
Cukrowicz Nachbaur Architekten, »vorarlberg museum«, Bregenz, 2007–2012 (Foto: Adolf Bereuter)
Helena Weber, »Haus am Fels«, Feldkirch, 2012–2015 (Foto: Adolf Bereuter)
In der Ausstellung (Foto: Lisa Rastl © Architekturzentrum Wien)

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