Die Renaissance einer alten Idee: Gänsefedern im Putz

Martina Metzner
10. Dezember 2021
Foto © Treude & Metz

Die deutsche Firma Treude & Metz vermischt Federn aus ihrer Bettwarenproduktion mit Kalk und Lehm zu einem Putz. Dieser dämmt gut, ist leicht, allergikerfreundlich und kommt ohne Chemikalien aus.

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Auf der Suche nach natürlichen und ökologisch unbedenklichen Materialien, die in der Baubranche eingesetzt werden können, hat das Unternehmen Treude & Metz aus der deutschen Stadt Bad Laasphe eine außergewöhnliche Lösung parat, die es früher schon einmal gab: Das Team verwendet Abfälle aus seiner Bettwarenproduktion zur Herstellung eines umweltfreundlichen Putzes. Federn von Gänsen werden dazu mit Kalk und Lehm vermischt. Das Endprodukt weist interessante Eigenschaften auf. Der Kalk-Lehm-Feder-Putz für Innenräume, der unter dem Markennamen Anserit über Roth Edelputze vertrieben wird, ist vollständig recyclebar, feuerhemmend und leicht zu verarbeiten. Der Feinputz ist als Unterputz (in Grau- und  Brauntönen) oder als Feinputz (in Weiß) erhältlich. Letzterer kann auf Kalkzement-, Zement-, Kalklehm-, Lehmunterputzen sowie Putzträgerplatten aufgetragen werden.

Durch die beigemischten Federn, die aus öko-zertifizierter Landwirtschaft stammen, wird der Putz vergleichsweise leichtgewichtig. Außerdem steigt dadurch die Schallabsorptions- und die Dämmwirkung. Zusätzlich ist der Lehm im Putz feuchtigkeitsregulierend. Das in den Federn enthaltene Keratin ersetzt den sonst üblichen Erdölanteil. Obwohl er vollkommen ohne Chemikalien auskommt, ist der Putz dank des hohen Kalkgehalts (Sumpfkalk) überdies resistent gegen Schimmelbefall. 

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