Leichtgewichtig und lichtdurchlässig

Martina Metzner
15. April 2022
Beim modularen Leichtbausystem Light-Light-Roof setzen die Forscher*innen des Fraunhofer-Instituts auf eine Folie aus Ethylen-Tetrafluorethylen-Copolymer und Einscheibensicherheitsglas. Das Innendach besteht aus einem Spezialgewebe, das lichtdurchlässig ist und Infrarotstrahlung reflektiert. (Foto © Fraunhofer UMSICHT)

Am Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik wird zu ressourceneffizienten Glas-Folie-Modulsystemen für Dächer geforscht. Diese sollen als Alternative zu massiven Glasdächern im Bauwesen eingesetzt werden können.

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Schwere Glasdächer wirken sich nachteilig auf die Gesamtkonstruktion, den Materialtransport sowie die Montage aus. In Deutschland forscht das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT) deshalb an folienbasierten Materialien, um Dächer ressourceneffizient und lichtdurchlässig einzudecken. Im Rahmen des Projekts Light-Light-Roof entwickeln die Forscher*innen ein modulares Leichtbausystem: Es besteht aus einem Glas-Folie-Modulsystem und einem Innendach aus Infrarot (IR) reflektierendem Gewebe. Dabei kommen eine Folie aus Ethylen-Tetrafluorethylen-Copolymer (ETFE) sowie Einscheibensicherheitsglas zum Einsatz. Das besagte Polymer ist mittlerweile für bis zu 95 Prozent des einfallenden Lichts durchlässig.

»Durch den Aufbau und die Materialkombination erzielt die Kombination aus Folie und Glas im Vergleich zu konventionellen Mehrscheiben-Glassystemen Gewichtsersparnisse von bis zu 75 Prozent«, erklärt Dr. Holger Wack. So könne man zukünftig schlankere und leichtere Gebäude entwerfen, da über das Tragwerk geringere Lasten abgeführt werden müssen. Vorteilhaft ist auch die zirkulierende Luft zwischen Glasscheibe und Folie. Diese kann zum Beispiel zum Abtauen von Schnee genutzt werden. Auch lässt sie sich als zusätzliche Wärmedämmung auffassen. Das Innendach kann je nach Sonneneinstrahlung, Temperatur und Lichtmenge bedarfsgerecht eingestellt werden. Dafür entwickeln die deutschen Forscher*innen eine an Gebäude und Nutzung angepasste Mess-, Steuer- und Regelungstechnik. Aktuell wird das System im Dachgewächshaus Altmarktgarten im deutschen Oberhausen erprobt.

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