Berghotel Belchenhaus

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Wettbewerb 1. Preis mit Elmar Ludescher

Ankunft

Der Reisende kommt aus den stillen Tälern des südlichen Schwarzwaldes an eine kleine und aufgeräumte Seilbahnstation. Über monumentale Bergfichten hinweg führt die kurze Fahrt mit der Gondel überraschend bis an die Baumgrenze. Der Horizont weitet sich, der Blick geht über hunderte Kilometer weit in drei Himmelsrichtungen und über drei Länder hinweg, der Gipfel kommt in Sicht.

 

Ein Kraftort

Der Belchen ist ein Ort von hoher Einprägsamkeit. Er verschafft Weite und Überblick. Stille und Klarheit. An diesem Kraft-Ort sollen Natur, Infrastruktur und Baukultur zusammenfinden, sollen eine Symbiose bilden, die in Erinnerung bleibt.

 

Vielfältige Anforderungen

Die Baugeschichte am Belchen war immer vom Weiterbauen, vom Bauen in Etappen geprägt. Viele Funktionen müssen hier „unter einen Hut“ gebracht werden, Seilbahn, Restaurant, Hotel, Skibetrieb. Das Klima ist rau, Schlagregen, Wind und Schnee strapazieren die gebauten Strukturen. Der hohe Publikumsverkehr erfordert eine permanent aufgeräumte Situation. Das Ensemble ist sehr stark von allen Richtungen einsichtig, der Naturschutz erfordert die klare Begrenzung der baulichen Ausdehnung.

 

Alles unter einem Dach

Wir schlagen vor, den denkmalgeschützten Teil des Belchenhauses als Kopfgebäude in eine langgestreckte Gebäudestruktur zu integrieren. Es gibt ab jetzt nur noch ein einziges Dach, unter dem sich alle Funktionen bündeln. Bergstation, Hotel und Restaurant verschmelzen zu einem verdichteten Gebäudekomplex. Das Hotel wächst nicht in die Höhe, sondern es überbaut die Bergstation der Gondelbahn. Das Projekt integriert alle Komponenten, es integriert Alt und Neu, es integriert Natur und bauliches Ensemble durch seine natürlich vergrauende Hülle aus heimischen Lärchenschindeln. Das Gebäude wird durch seine Ruhe und Erdung die Kraft des Ortes verstärken.

 

Wettersichere Erschließung

Die Gondelbahn fährt in eine Halle ein, die Fahrt wird zum abgeschlossenen Erlebnis. Wie in einem Portal stehen die Besucher unter dem auskragenden Obergeschoss und nehmen den atemberaubenden Ausblick zunächst durch diesen Rahmen wahr.

Vor Wind und Wetter geschützt lassen sich Shop und Hoteleingang erreichen. Über das Hotel ist auch das Restaurant hausintern betretbar. Die Lieferanten finden auf kurzem Wege zum Nebeneingang mit dem Lastenaufzug. Durch diese zentrale Gondelhalle hindurch führt auch der öffentliche Wanderweg rund um den Gipfel.

 

Servicerückgrat

Der Neubau ergänzt die funktionalen Beziehungen zwischen Restaurant, Hotel, Anlieferung und Toiletten mit einem langen Gang, der im Rücken des Altbaues eine zentrale Erschließungsachse für die Servicefunktionen ausbildet. Er führt von der Gondelhalle im Nordosten bis zum neu gestalteten öffentlichen Wc-Bereich im Südwesten. Wir schlagen vor, an dieser Stelle auch einen Kiosk mit Nahebeziehung zu Küche und Schankbereich einzurichten. So kann der heutzutage störende Anbau ersetzt werden, der Gast muß auch nicht mehr in eine Grube gehen, um zum Kiosk zu gelangen, das Gelände kann zweiseitig um das Haus herum nahezu ebenerdig geführt werden.

 

Die Seilbahnstation als Erlebnis

Die Besonderheit an diesem Hotel ist nicht nur die sensationelle Lage, sondern auch die Integration der Seilbahnstation, die hier zum Thema gemacht wird: Von den Erschließungshallen im 1. Und 2. Obergeschoss können die Gäste direkt in die Seilbahnstation blicken, das Ankommen und Auskoppeln der Gondeln und die Bewegungen der Fahrgäste beobachten. Durch das Stationsportal schweift der Blick zurück bis zur Talstation.

 

Panoramalounge

Um die Gemeinschaft im Hause zu fördern und allen Gästen ein Highlight von bleibender Erinnerung zu bieten, gibt es eine Panoramalounge mit Terrasse unter dem Dach, von der aus man nach Südosten in die Ferne blicken kann. Bei offenem Kaminfeuer werden Liegen, eine Erfrischungsbar und eine kleine Wellness – Oase angeboten. Auch private oder betriebliche Feierlichkeiten werden hier den richtigen Rahmen finden.

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