Kleinwohnanlage Birkenwiese

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Projektbeschreibung |  Martina Pfeifer-Steiner       

Bauaufgabe | Der Bauherr, die Lebenshilfe Vorarlberg, gibt präzise Vorgaben, die eingehalten werden müssen, die Bewohner haben spezielle Bedürfnisse, die mit größtmöglicher Wohnlichkeit vereinbart werden sollen und das Kostenkorsett ist extrem eng.

Integration | Auf die umliegenden Bauten, vorwiegend aus den 50er Jahren und den neu entstehenden großen Wohnkomplex wird eingegangen. Ein langer schmaler Baukörper, mit Erweiterungsoption im Süden auf eine L-Form, reagiert ruhig darauf. Die Wohngemeinschaft selbst ist ein beliebter Nachbar. Gering ist das Verkehrsaufkommen. Zwei Kleinbusse holen und bringen die Bewohner von und zur Arbeitsstelle, den beschützenden Werkstätten und die Betreuer kommen aufgrund der sehr guten öffentlichen Verkehrsanbindung mit dem Bus und Zug.  Das Leben in der Kleinwohnanlage ist gut durchorganisiert und die Freizeitmöglichkeiten an der Ach sind optimal, vor allem für ausgedehnte Spaziergänge.

Konzept | Zwei Geschoße mit identen Grundrissen und klarer Struktur bieten für insgesamt zwei Wohngruppen und zwei separate Wohnungen Platz. Ein ausgeklügeltes Farbkonzept gibt den Bewohnern eine gut wahrnehmbare Adresse, mit der eigenen Farbe. Es folgt dem Kinderbuch „Der Schäfer Raul“. Drei Farbkonzepte wurden vorgestellt und der Bauherr konnte nur ein Gesamtpaket wählen. Einzelzimmer mit eigenem Bad sind Standard in jeder Wohngruppe. Pflegebad und Waschküche bleiben im Raster und sind mittig anstatt einer Wohneinheit angeordnet. Zwei Einheiten sind zusammen gruppiert und dazwischen entstehen Wohnzonen, die verschieden genutzt werden. Der große Wohn- Essbereich ist der Küche zugeordnet, die weiteren Zwischenräume bieten sehr individuelle Möglichkeiten. Die Verglasung bis zum Boden gewährt in jeder Position Ausblick. Therapeutische Bedeutung bekommt das Zusammenspiel von Intimität und Gemeinschaft in diesen Bereichen. Am Kopf des Gebäudes ist im Erdgeschoss beim Eingang das Büro des Leiters angeordnet, darüber der Besprechungsraum für das Team.

Außenbezug | Die Terrasse nach Süden im Erdgeschoss erschließt auch den gemütlichen Garten. Zäune sind nicht notwendig und nicht beabsichtigt. Sträucher die zu unterschiedlichen Zeiten  blühen, werden noch gepflanzt und der Hausbaum ist Altbestand. Der große Balkon über der Terrasse wird als Sammelplatz zur Fluchttreppe genutzt. Jedes Zimmer hat ein Ausgang nach draußen. Die Balkone sind zwar geborgen und im Stile einer Veranda ausgeführt, werden jedoch nicht abgetrennt. Hier ergibt sich wieder eine bewusst gemeinschaftlich gehaltene Zone.

Ausführung | In jedem Detail wird an die gehobenen Anforderungen für betreutes Wohnen gedacht. Die Materialien und Oberflächen müssen leicht zu pflegen und baubiologisch vertretbar sein. Holz wird geölt und am Boden Linoleum verwendet. Die Funktionalität, Sicherheits- und Hygienevorschriften dürfen die Wohnlichkeit und Behaglichkeit nicht beeinträchtigen. Bei der Beleuchtung wird mit  höherer Licht-Frequenz auf die Empfindlichkeit der Bewohner reagiert. Die Küche ist völlig offen bei Verwendung und kann wiederum sicher verschlossen werden.

Der hohe Warmwasserbedarf wird mit Solarkollektoren am Dach gedeckt. Gasheizung. Öko 2 Standard.

Ort: Birkenwiese 26, 6850 Donrnbirn

Bauherr: Lebenshilfe Vorarlberg, 6840 Götzis, Gartenstraße 2



Wettbewerb:
2006

Planungs- und Baubeginn: 2007

Plaunungs- und Bauzeit: 1 Jahr

Fertigstellung: September 2008



Objektdaten:


Grundstücksfläche: 856 m2

Bebaute Fläche: 819 m2

Bruttogeschossfläche: 1274 m2

Nutzfläche: 1116 m2

Umbauter Raum: 4039 m3

Anzahl Wohnungen: 2 Wohngruppen und 2 Wohnungen

Konstruktion: Bodenplatte Ortbeton, Holzriegelwände, Brettstapeldecken

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