HAWI - Experimentelles Wohnen auf Zeit

Vienna
© Paul Krantzler
 
 
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© Paul Krantzler
 
 
© Paul Krantzler
 
 
Architekten
tnE Architects
Adresse
Vienna
Jahr
2016

Unter dem Label „HAWI – Experimentelles Wohnen auf Zeit“ wurde im Rahmen des Biennale-Beitrages 2016 „Orte für Menschen“ in Zusammenarbeit mit Caritas Wien ein soziokulturelles Modell für jugendliche Flüchtige und Student-Innen entwickelt, das das Potential temporärer Leerstände innerstädtischer Büroimmobilien nutzt. Das HAWI ist eine unkonventionelle, selbstbestimmte Art des Zusammenwohnens zu leistbaren Bedingungen und ist für ein breiteres Klientel im Kontext von „Wohnen auf Zeit“ als Ergänzung zum bestehenden Wohnungsmarkt konzipiert.

Ausgehend von den Rahmenbedingungen bestehender Büroimmobilien wurde ein Konzept erarbeitet, das die Basisbedürfnisse für Wohnen/Privatheit durch das Hinzufügen von hybriden Raum-im-Raum-Modulen „HAWIs“ bewerkstelligt. Alle weiteren Flächen stehen den BewohnerInnen, gleich einer Brache ohne vordefinierter Funktionsbestimmung, als Handlungsraum zur Verfügung. Die dazu nötigen gemeinsamen Abstimmungs- und Entscheidungsprozesse bilden eine wichtige Basis für das Zusammenwohnen.

Im Vergleich zu herkömmlichen Studentenheimen, in welchen jeder Quadratmeter funktional besetzt ist, gibt es die Möglichkeit, sich Flächen nach eigenen Bedürfnissen anzueignen, zu gestalten und zu bespielen. Jedes HAWI ist autark (Bett, Tisch, Stauraum), verfügt über eine eigene Strom- und Lichtversorgung und kann sich durch Schließen der Paravent-Türen vom Umfeld abkoppeln bzw. umgekehrt durch Öffnen der Paravents den eigenen Privatraum (ca. 7,6m³) erweitern. Die Module sind zerlegbar und können abgebaut und in einer anderen temporär nutzbaren Büroimmobilie wieder eingesetzt werden.

Im Rahmen des Biennale-Beitrages wurde eine weitere Intervention von tnE umgesetzt, die das HAWI-Konzept in den Aussenraum erweitert. Durch Öffnen des Zaunes wurde der Stadtraum mit den ursprünglich privaten Grünflächen des Areals verbunden und für die Nachbarschaft zugänglich gemacht. Durch einen 140m langen Holzsteg mit Plattformen entstehen neue Handlungsspielräume für die BewohnerInnen, Nutzer und Anrainer.

Bauherrschaft
Biennale 2016, Places for People, Caritas Wien
Team
Marie-Therese Harnoncourt-Fuchs, Ernst J. Fuchs, Christoph Pehnelt, Helmut Gruber, Ewa Lenart, tnE Architects, the next ENTERprise Architects

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