Kreuzkirche Cumberlandstraße Wien

Wien
Lichtszene Messe mit Schwerpunkt auf Altar, sowie guter Ausleuchtung der Bänke zum Lesen der Texte.
Foto © digitalimage
Lichtszene Gottesdienst und Lesung mit Betonung von Altar und Pult des Wortes.
Foto © digitalimage
Szene Gottesdienst, Blick zurück vom Altar.
Foto © digitalimage
Lichtszene Konzert mit stimmungsvoller Aufhellung der Wandnischen und Ölgemälde.
Foto © digitalimage
Blick zurück, Deckensgraffitto mit den Tierkreiszeichen des Zodiak.
Foto © digitalimage
Lichtplaner
podpod design
Adresse
Cumberlandstraße 48, 1140, Wien
Jahr
2017
Kosten
Vertraulich
Stockwerke
1–5 Stockwerke
Bauherrschaft
Evangelische Pfarrgemeinde Wien Hietzing
Team
Architektur 1930 - 1931 Theophil Niemann
Elektroinstallation
Karl Hes Elektroinatallationen GmbH
Lichtsteuerung (Casambi)
Schrutek LED Technik GmbH
Sonderleuchten
Artluce, Niefergall Leuchtenmanufaktur

Die denkmalgeschützte evangelisch-lutherische Kreuzkirche in der Cumberlandstraße in Wien Penzing wurde 1930 bis 1931 nach Plänen von Theophil Niemann errichtet. Der schlicht gestaltete Kirchenraum wird am charakteristischten von der dunkelblauen Decke mit ihrem Zodiak-Tierkreis, der Altarnische, den Wandgemälden und der Orgel dominiert.
Analyse Altbestand
Die alte Grundbeleuchtung war einerseits sehr stark durch den Kontrast von punktuell hellen, überstrahlenden Lichtquellen und (halb)dunklen Raumzonen geprägt. Andererseits durch die ungleichmäßige Lichtverteilung im Raum. Die Auswirkung dieser beiden Aspekte betrafen vor allem die unzureichende Raumwahrnehmung, die Qualität der Lesbarkeit und Wiedergabe von Texten und Bildern, sowie die Gesichtserkennung auf mittlere und weite Distanz.
Die sehr schlichte und zurückhaltende Architektur des Kirchenraumes mit ihren bewusst gesetzten Höhepunkten in der Gestaltung verlor unter dem alten Licht jegliche Kraft und Aussage. Wichtige Gestaltungselemente, wie die Decken- und Wandgemälde, lagen im Halbdunkel bzw. Dunklen. Die Beleuchtung der Altarnische stand hierzu im Kontrast. Die freistrahlenden Luster und Wandappliken überstrahlten die dahinter liegende unbeleuchtete Architektur, ohne dabei dem Raum emotionale Qualitäten wie Ruhe oder Feierlichkeit zu verleihen.
Für die Erneuerung der Beleuchtung wurden von podpod design drei Ziele definiert: Eine Anhebung und bessere Verteilung der Grundbeleuchtung, die Akzentuierung und Verbesserung der Raumwahrnehmung sowie eine Szenenauswahl von Lichtstimmungen mittels Lichtsteuerung.
Neuplanung podpod design
Im Zuge der neuen Lichtplanung wurden die bestehenden Leuchten auf zeitgemäße Technik umgerüstet und durch zusätzliche, in die Architektur integrierte Elemente ergänzt. Die feinfühlige Abstimmung der für den Gottesdienst notwendigen Beleuchtungsstärken und Lichtszenen mit der Hervorhebung des architektonischen Raumes und seiner Besonderheiten führt zu einer homogenen Raumwahrnehmung.
Umrüstung der historischen Luster
In den bestehenden Lustern wurden die länglichen Glühbirnen durch Zylinder mit integrierter LED-Technik ersetzt und eine zusätzliche Indirektbeleuchtung zur Aufhellung der Deckenmalerei des Zodiaks, dem Tierkreis, Integriert. Die historischen Wandappliken wurden analog der Luster mit LED-Zylindern bestückt.
Sonderleuchten
Da bei der denkmalgeschützten Kirche keine zusätzlichen Auslässe errichtet werden durften, mussten die bestehenden Auslässe für die neuen Beleuchtungskörper genützt werden. Deshalb wurden an den Unterzügen Strahlergruppen oberhalb der historischen Deckenrosetten der Luster montiert. Diese bestehen aus einem länglichen Gehäuse mit integrierten Betriebsgeräten und richtbaren, kompakten LED-Spots mit warmweißer Lichtfarbe von 2.700 Kelvin und sehr guter Farbwiedergabe größer CRI 90. Zur optimalen Ausblendung wurden Wabenraster in den Spots eingesetzt. Um die Strahlergruppen möglichst unauffällig erscheinen zu lassen, wurden die sichtbaren Oberflächen in RAL-Ton analog der Unterzüge beschichtet. Die einzeln ansteuerbaren Strahler wurden als Grundlicht nach unten auf die Bänke, als Architekturbeleuchtung auf die Orgel, die Gemälde und für Gottesdienste oder Konzerte auf den Bereich der Redner oder Musiker vor dem Altar gerichtet. Erstmals sind dadurch die Malereien mit den figuralen Darstellungen lesbar.
Die bogenförmige Nische im vorderen Altarbereich ist umlaufend mit einem LED-Band hervorgehoben und mit versteckt montierten LED-Spots akzentuiert. So werden das Kreuz und die Blumen am Altar sichtbar gemacht.
Am Chor wurde das System der Strahlergruppen fortgeführt. In der Nische unter dem Chor wurden zusätzlich neue schlichte Wandleuchten montiert.
Lichtsteuerung
Als große Herausforderung stellte sich im Zuge der Umsetzung die Lichtsteuerung heraus. Ursprünglich war in Abstimmung mit dem Elektriker eine neue Verkabelung mit fünfpoligen Kabeln für DALI Betriebsgeräte geplant. Als sich jedoch bei den Montagearbeiten heraus stellte, dass das Ziehen der neuen Kabeln entgegen der ursprünglichen Annahme nicht funktioniert, wurde kurzfristig auf eine CASAMBI- Funksteuerung umgeplant. So wurden die Leuchten nachträglich mit Casambi-Modulen ausgestattet und mit vier vorprogrammierten Lichtszenen belegt – Gottesdienst, Konzert, Meditation und Vollbeleuchtung – die per Funkschalter abgerufen und zusätzlich gedimmt werden können.

Dazugehörige Projekte

  • Kirchenbau beim Brückenkopf - am Geländesprung zum Limmatraum: Griechisch Orthodoxe Kirche Zürich
    Ferrier Architekten GmbH
  • Shaohua Mountain National Forest Park and Qianlong Temple
    IAPA
  • Neu- und Umbau Neuapostolische Kirche
    Hinder Kalberer Architekten
  • Moschea AlJabri
    Schiattarella Associati
  • Kirchliches Zentrum, Niederwangen
    matti ragaz hitz architekten ag

Magazin

Andere Projekte von podpod design

Wiener Staatsoper Fassadenbeleuchtung
Wien
der Stephansdom zeigt sich in neuem Licht
Wien