Neubau und Sanierung Musisches Gymnasium Salzburg

Salzburg
Foto: Hermann Seidl
Foto: Hermann Seidl
Foto: Hermann Seidl
Foto: Hermann Seidl
Foto: Hermann Seidl
Foto: Hermann Seidl
Architekten
karl meinhart / one room studio wien
Adresse
Haunspergstraße 77, 5020 Salzburg
Jahr
2019
Kosten
1 Mio. – 100 Mio.
Stockwerke
1–5 Stockwerke
Bauherrschaft
Bundesimmobiliengesellschaft
Team
oneroom karl meinhart georg huber
HT
TB Spanberger
Brandschutz
Florian Hoffmann
ET
TB Pürcher

ausgehend von dem motiv eines flying carpets entwickelte sich eher das bild einer darübergelegten matratze in uns. die erdenschwere wird
mit 10 separat vor den bestehenden baukörpern gestellten stützen überwunden und es wirkt ein wenig wie hochgestemmt.
das bestehende gebäude wird sehr reduziert berührt.
einzig und allein die vertikalen verbindungen sind andockpunkte.
bis jetzt hat das schulgebäude der salzach und dem dazugehörigen landschaftsraum den rücken zugekehrt. diese qualitäten sind
zwar vorhanden werden aber bis jetzt nicht genutzt.
zudem wird durch die umgestaltung entlang der salzach ein neuer erlebniswert entwickelt. dies wird die bescheiden bemessenen aussenräume unmittelbar um die schule ergänzen.
homöopathische eingriffe im erdgeschoss des altbestand bringen unserer meinung nach erhebliche verbesserungen in der nutzung.
ein öffentliches durchgehen bis “nach hinten“ ist nun möglich. durch das angebot eines kleinen foyers richtung zum grünraum ist ein beidseitiges bespielen von „hinten und vorne“ möglich.
die beiden inneren stiegenhäuser werden durch eine kleine intervention zu voll tauglichen fluchtstiegenhäusern.
geflüchtet wird über eine der neuen mensa vorgelagerten terrasse.
die vorgeschlagenen und gewünschten raumrochaden sind
eine einfache übung. sie vermögen aber keine räumliche aufwertung des bestandes und die beklemmende innenorientierung verbessert sich nur wenig.
das neue über den dächern „schwebende“ geschoss nimmt das gesamte raumprogramm auf. es wird ein abwechslungsreiches raumgeflecht mit überaschenden ein- und ausblicken angeboten.
die arbeitsräume werden mit hochwertigen mehrschaligen glaswänden akustisch (52 db) aber nicht visuell getrennt.
eine besondere rolle wird dem tanzsaal mit dem vorgelagerten aufenthalts- und probenraum zugedacht. dieser bereich wird von öffentlichen flächen innen und aussen umspült.
hier ist es gut möglich kleinere veranstaltungen durchzuführen. zusätzlich ist eine kleine nasseinheit angeboten.
zusätzliche fluchtstiegenhäuser lassen es zu ein neues fluchtwegekonzept auf der höhe der zeit zu entwickeln.
durch entsprechende vordacher nach süden und westen unterstützt mit entsprechender querlüftung wird eine sommerliche überhitzung minimiert.
durch den montageleichtbau und die geringen eingriffe im altbestand erscheint eine erträgliche bauführung bei laufenden betrieb möglich.
es werden lifte an den stellen angeboten wo es sinnvoll und einfach erscheint sie unterzubringen.
der angegebene durchschnittskostenwert erscheint uns im gegenständlichem fall nicht die ganze wahrheit zu sein.
zu komplex sind für uns die bautechnischen aufgabenstellungen.
der aufwand im bestand wird gering gehalten dadurch erscheint ein aufwerten des budgets für den neubau denkbar.
ein bewerten der kosten im altbau übersteigt im detail
aus unserer sicht die geforderte aufgabenstellung
und gehört in der folge entwickelt.

Beurteilung der Jury:
Städtebaulich entspricht das Projekt den vorgegebenen Rahmenbedingungen, zeigt städtebaulich vor allem ein- drucksvolle, jedoch nicht überzogene Präsenz zur Stadt, beziehungsweise zur Salzach und manifestiert so einen neu definierten hochrangigen Schulstandort.
Dabei erfüllt das Projekt die komplexen statischen Anforderungen bei gleichzeitiger Wirtschaftlichkeit der Maßnahme durch die völlige Unabhängigkeit des statischen Systems vom bestehenden Gebäudekomplex.
Diese Großzügigkeit des Lösungsansatzes birgt unterschiedlichste Qualitäten auf verschiedener Ebene:
die Baustellenlogistik erlaubt weitgehend ungestörten Betrieb, wiewohl die Erweiterungsflächen über den gesamten Bestand gleichmäßig angebunden und verteilt sind.
Als Baukörper überspannt ein neuer, eindeutig ablesbarer und eigenständiger Bauteil den vorhanden Schulbau, wobei nicht Ergänzungen und Hinzufügungen, sondern ein gleichrangiger respektvoller Dialog mit dem Bestand eingegangen wird und das statische Prinzip klar verdeutlicht.
Funktional bietet der Vorschlag eine einzige zusammenhängende Geschoßfläche an, die eine hohe Elastizität der Grundrissausformung erwarten lässt, innerräumliche Qualitäten vor allem in den Bezügen von Außen- und Innen- raum aufweist und die Erschließung weniger als Gangflächen, denn als Raumkontinuum mit hoher Aufenthaltsquali- tät definiert.
Insgesamt würdigt die Jury die einer zeitgemäßen Entwicklung in Schulbau und Schulsystem entsprechende bauli- che Lösung auch in der zu erwartenden atmosphärischen Wirkung für das Musische Gymnasium in seiner Gesamt- heit, da alle Raumerweiterungen und Nutzungsangebote an den Bestand angebunden sind und diesen in quantitati- ver und qualitativer Weise nicht nur erweitern sondern auch aufwerten.
Überarbeitungsempfehlungen
Einhellig vertritt die Jury die Auffassung, dass Zuschnitt und Anordnung der Klassenräume in der Fläche derzeit nur eine schematische Abbildung des Raum- und Funktionsprogramms darstellen und in dieser Form einer gründlichen weiteren Überarbeitung bedürfen.
Die endgültige Raumaufteilung, mit entsprechend funktionsgerechtem Zuschnitt, hat in Abstimmung mit den funktio- nellen Erfordernissen des Nutzers in der weiteren Planung zu erfolgen.
Hierbei sollen die Qualitäten der Dreidimensionalität und räumlich-perspektivische Qualitäten und Flexibilität jedoch nicht geschmälert werden

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