Olpererhütte

Zillertaler Alpen
Architekten
Architekten Hermann Kaufmann
Standort
Zillertaler Alpen
Jahr
2007
Projektleiter

Dipl. Arch. (FH) Claudia Greußing

Mitarbeit - Wettbew.
Dipl. Arch. (FH) Julia Nägele-Küng

Kostenplanung
BM Gerold Hämmerle

Sonderplaner
Tragwerksplanung
Merz Kaufmann Partner GmbH

HLS Planung
Walter Ingenieure GmbH   

Elektroplanung
Walter Ingenieure GmbH   

Bauherr   
Deutscher Alpenverein e.V.
Sektion Neumarkt i.d.Opf.
Pulverturmgasse 8
D-92318 Neumarkt

Projektstandort 
Dornauberg 110
87104 Finkenberg
Tirol, Österreich

Termine
Planungsbeginn 2005   
Baubeginn 2006
Fertigstellung 2007   

Daten zum Projekt
WNF 478 m²
NGF 1.808 m²
BGF 677 m²
BRI 2.147 m³

Baukosten ohne Hubschr./ohne Einrichtung
 € 1.001.600,--   

Hubschraubertransporte
€ 160.000,--

Einrichtung
€ 130.000,--

Baukosten gesamt
€ 1.291.600,--

Kosten pro m² WNF
€ 2.702,--

Kosten pro m² BGF
€ 1.908,--

Kosten pro m³ BRI
€ 602,--

Die auf knapp 2.400 Höhe mitten in den Zillertaler Alpen errichtete neue Olpererhütte ist eine bewusst spartanische Antwort auf die einzigartige, exponierte Lage. Ein Refugium für Wanderer und Bergsteiger, das als „Low-Tech“-Gebäude Innovation in der Reduktion sucht.

Oberstes Ziel beim Neubau der Olpererhütte war es, ein möglichst einfaches, der hochalpinen Lage und der Funktion als Schutzhütte angemessenes Gebäude zu entwickeln. Ein auf das Wesentliche reduziertes Holzhaus, bei dem sowohl die Menge als auch die Anzahl der notwendigen Baumaterialien gering gehalten wurden und das auf die Anforderungen eines reinen Sommerbetriebs mit möglichst reduzierter Haustechnik reagiert. Eine Natursteinmauer, die mit Steinen aus dem Hüttenumfeld errichtet und mit Materialien vom Abbruch des Vorgängerbaus sowie Aushub hinterfüllt wurde, fasst den Bauplatz talseitig als Stützmauer und bildet die Terrasse. Gleichzeitig dient sie als Auflager für das ca. 2,5 m über den Hang auskragende, zweigeschossige Satteldachhaus. Im Erdgeschoss ist die für den Tagesbetrieb notwendige Infrastruktur untergebracht – eine zentrale Küche, Lager, Nebenräume und der zum Tal hin über ein großes Panoramafenster geöffnete Gastraum –, im Obergeschoss befinden sich einfach ausgestattete Zimmer für die Übernachtungsgäste. Das schlichte und funktionale Gebäude ist weitgehend aus 14 bis 17 cm starken Fichten-Brettsperrholzelementen errichtet, die in den Sommermonaten ohne zusätzliche Dämmung ausreichenden Wärmeschutz bieten. Für den Winter wurde ein kleinerer, wärmegedämmter Rahmenbau neben das Haupthaus gesetzt, der als in Form und Konstruktion eigenständiger Solitär den Kontrapunkt zur auskragenden, mit Holzschindeln ummantelten Schutzhütte bildet. Die hölzerne Hülle wird im Lauf der Jahre abwittern und die kompakten Baukörper in die karge, felsige Gebirgslandschaft integrieren.

Eine Schutzhütte auf knapp 2.400 m Höhe mitten in den Alpen zu bauen, ist keine alltägliche Bauaufgabe – nicht nur weil alle zum Bau notwendigen Materialen per Hubschrauber hinauf geflogen werden müssen. Jeder Eingriff in eine derart eindrucksvolle, hochalpine Landschaft ist eine Herausforderung, mit der Natur in Wettbewerb zu treten weder möglich noch anstrebenswert. „Baue nicht malerisch. Überlasse solche Wirkung den Mauern, den Bergen und der Sonne“, riet schon Adolf Loos 1913 in seinen „Regeln für den, der in den Bergen baut“. Auch die rund hundert Jahre später in den Zillertaler Alpen errichtete Olpererhütte will nicht als spektakuläres, sich selbst inszenierendes Bauwerk mit der Natur konkurrenzieren, sondern als bewusst spartanische, der exponierten Lage und der Funktion als Schutzhütte angemessene Antwort verstanden werden: als einfaches Refugium für Wanderer und Bergsteiger.

Das schlichte und funktionale Satteldachhaus wurde weitgehend aus Brettsperrholz errichtet, Dach und Fassade sind mit Holzschindeln ummantelt, eine Hülle, die im Lauf der Zeit abwittern und sich farblich dem Grau der Felsen annähern wird. Eine Natursteinmauer, die als Stützmauer den Bauplatz talseitig fasst, bildet gleichzeitig die Terrasse und dient als Auflager für das ca. 2,5 m über den Hang auskragende Holzgebäude. Das kompakte und klar strukturierte Konzept bringt die statischen Erfordernisse mit dem Raumkonzept in Einklang. Im Erdgeschoss ist die für den Tagesbetrieb notwendige Infrastruktur untergebracht – eine zentrale Küche, Lager, Nebenräume und der zum Tal hin über ein großes Panoramafenster geöffnete Gastraum –, im Obergeschoss befinden sich einfach ausgestattete Zimmer für die Übernachtungsgäste.

Oberstes Ziel beim Neubau der Olpererhütte war es, ein möglichst einfaches Gebäude zu entwickeln, bei dem sowohl die Menge als auch die Anzahl der notwendigen Baumaterialen gering gehalten wurden. So ist die Natursteinmauer mit Steinen direkt aus dem Hüttenumfeld errichtet und mit Materialen vom Abbruch des Vorgängerbaus und mit Aushub hinterfüllt. Ein aufwendiger Abtransport und Deponie konnten damit vermieden werden. Für die Wand- und Bodenelemente und für die Schindeln der Außenverkleidung wurde heimisches Holz verarbeitet. Die ca. 14 bis 17 cm starken Fichten-Brettsperrholzelemente bieten ausreichenden Wärmeschutz für die von Mitte Juni bis Mitte Oktober bewirtschaftete Sommerhütte. Dem Konzept eines „Low Tech“-Gebäudes folgend, das Innovation in der Reduktion sucht und eine Alternative zur häufig betriebenen Übertechnisierung bieten will, ist die Haustechnik auf ein Minimum reduziert: Die Wärmeversorgung des energetisch autarken Gebäudes übernehmen ein Holzofen, der in den nächsten Jahren mit Abbruchholz betrieben werden kann, und die Abwärme der für die Wasserreinigung notwendigen, rapsölbetriebenen Kraft-Wärmekupplung, Fenster und Lüftungsschächte sorgen für eine natürliche Durchlüftung.

Etwas abgesetzt wurde mit dem Winterraum ein zweiter, kleinerer Baukörper errichtet, der als wärmegedämmter Rahmenbau sehr schnell beheizbar ist. In eigenständiger Form und Konstruktion ausgeführt bildet dieser Solitär den Kontrapunkt zum auskragenden Haupthaus.

Dazugehörige Projekte

  • Hotel-Spa am Vierwaldstättersee
    FORROOM INTERIORS
  • 10 DESIGN | Chongqing Danzishi Central Business District
    10 DESIGN
  • Garden Terrace Nagasaki
    Kengo Kuma & Associates
  • Hotel Bellavista
    BIQUADRA
  • Xuhui Tank Tops
    SPARK

Magazin

Andere Projekte von Architekten Hermann Kaufmann

Wohnbebauung Mühlweg
Wien
Schwarzach Dorfzentrum
Schwarzach
Gemeindezentrum Ludesch
Ludesch
Umbau Mesmer Stall Alberschwende (Stadel zu Heimatmuseum)
Alberschwende
Wohnanlage Hofsteigstrasse
Wolfurt
Wohnhaus Reinhof
Hohenems