Penkenbahn Talstation

Mayrhofen
Foto © Mojo Reitter
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Architekten
reitter_architekten
Jahr
2015
Kosten
1 Mio. – 100 Mio.
Stockwerke
1–5 Stockwerke
Bauherrschaft
Mayrhofner Bergbahnen AG

DIE SITUATION
Erfreulich ist das quirlige Leben, das die Talstation im öffentlichen Raum wie von selbst bewirkt. Kein öder Parkplatz, der üblicherweise wie das Fegefeuer vor dem Skiparadies liegt. Wir finden uns mitten im Wintersportort. Allerdings auch eine Beengung von allen Seiten. Das Programm ist ein sehr großes, kaum beherrschbares Volumen, und weitgehend festgelegte Funktionsabläufe.

DIE HALTUNG: „ES IST, WAS ES IST...“ (und etwas mehr)
Bei der Bändigung der überwältigenden Baumasse haben wir uns entschieden, der Technik genau das Volumen zu geben, das per Lichtraumprofil gefordert ist - und den Menschen genau den Raum zu geben, der für den Vorgang des Zusteigens und des Ankommens angenehm und angemessen scheint.
Und etwas mehr: Wir wünschen uns, dass die neue Station mehr ist als ein perfekt funktionierender Menschenstaubsauger, der nach Betriebsschluss dunkel und tot im Herzen von Mayrhofen lagert.
Wir denken, die ohnehin notwendige Anstellfläche beim Bus kann einen Mehrwert liefern, der auch der emotionalen Verknüpfung mit der Bevölkerung dient:

DER GEDECKTE DORFPLATZ
Die stützenfreie Auskragung überdeckt einen Raum von ca. 300 m2, der beidseitig von langen Holz-Sitzbänken gerahmt ist. Die besonderen Oberflächen (Brettstapeldecke, Holz-Glas Fassade zum Sportgeschäft) signalisieren, dass hier mehr als Warten geschehen kann: Musik, Lesung, Kleintheater, Skateboardcontest, Tanz oder schlicht und einfach Fest und Party.
Die Lage im Schwerpunkt des Dorfes sollte ernsthaft genützt werden um auch inhaltlich eine neue Mitte des Dorfes zu schaffen.

DIE FUNKTIONS ABLÄUFE
Die vorgeschlagene Position der Zugangstreppen hat für die gegebene „Zweigesichtigkeit“ der Anlage (Zugang vom Ziller und von der Dorfstraße) eine zwingende Logik, die übernommen wurde. Die Geschäftsflächen haben an drei Seiten Schaufassaden, unmittelbar an den Wegen der Gäste.
Im Seilbahngeschoss wurden minimale Veränderungen vorgenommen und die Fluchttreppe so platziert, dass sie im gedeckten Dorfplatz unsichtbar bleibt. Beim Ankommen und Anstellen oben rahmt ein großes Fenster den (hier einzigen attraktiven) Blick zum Berg.
Die Kassen, separat mit großem Vordach im Süden am Ziller, sind durch eine durchgehende, abgetreppte Sitzbank mit der Dorfstraße verbunden. Da nordseitig die Absenkung für die Garageneinfahrt des Hotels zwingend ist, ergibt sich auch die Anlieferung von der neuen Zillerbrücke an diese Stelle logisch. Verkehrstechnisch ist anzustreben, dass die dorfseitige Tiefgaragenrampe mittels flexibler Poller aufgelassen wird (Notzufahrt), die Hotel-Anfahrt ausschliesslich vom Ziller her erfolgt und der neue Dorfplatz bis zum Hotel sich erweitern kann.

DIE KONSTRUKTION
Untergeschoss und Boden des Seilbahngeschosses, WC und Kassen in Sichtbeton, außenseitig mit sägerauhen Bretten geschalt. Klimatisierte Bereiche mit Innendämmung aus Foamglass, verputzt. Wand und Decke des Seilbahngeschosses „klassisch“ mit tragender Stahlkonstruktion (FR ca. 200/200) und Brandschutzkassetten (z.B. Pflaum) innenseitig perforiert mit Akustikfunktion. Auskragung über dem Dorfplatz mit raumhohen Stahlfachwerkträgern, Unter-und Obergurt ca. 400/ 200, Diagonalen ca. 200/200)

DIE BEKLEIDUNG
Wir möchten der mächtigen Kubatur eine gewisse (rätselhafte) Weichheit und Tiefe geben: Mit einer Handbreit Abstand werden hell pulverbeschichtete Lochblechtafeln vorgehängt, die, je nach Entfernung des Betrachters, völlig anders wirken: Aus der Ferne wie ein heller Schleier, in der Nähe erkennt man das Ornament, auf Armlänge abstrahiert sich das Bild in einen Raster aus Punkten. Die Lochabstände sind gleich, die unterschiedliche Größe der Stanzungen lässt das Bild entstehen(www.fotoblech.de). Durch eine sanfte LED-Hinterleuchtung kann die Station nachts als ein dezent glimmender Lampion wirken. Das Motiv wurde von einer wunderbaren Grafikerin nach Recherchen über Zillertaler Trachten entwickelt. Wir denken, dass diese spielerische ästhetische Annäherung an die Tradition mit zeitrichtigen Mitteln wirklich reizvoll sein kann. Wenn manchmal auch ein erkennendes Schmunzeln auftaucht, ist das durchaus nicht unerwünscht.

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