Sanierung Einsiedlerbad

Wien
Foto © Hertha Hurnaus
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Grundriss Erdgeschoss mit Familienbad
Grundriss Obergeschoss mit Saunabad
Architekten
illiz architektur
Jahr
2018
Stockwerke
1–5 Stockwerke
Bauherrschaft
Stadt Wien - Wiener Bäder
Team
Daniel Sutovsky, Angela Truschinski, Sabrina Mehlan

Das bestehende Tröpferlbad, ein Gründerzeitbau aus dem Jahr 1889, wird im Zuge der Generalsanierung um die Nutzung eines Familienbades erweitert, welches ausschliesslich in den Sommermonaten in Betrieb sein wird. Die Lage im Einsiedlerpark ist dafür ideal und erlaubt es, im Sommerbetrieb die Grünflächen des Parkes als Liegewiesen mitzunutzen. Im Winter wird das Saunabad und Tröpferlbad in Betrieb sein, welches in das 1. Obergeschoss verlegt wird.

Städtebau und Erschliessung
Der Zugang zum Saunabad bleibt am bestehenden Eingang an der Einsiedlergasse. Der neue Zugang zum Familienbad erfolgt über den Park im Bereich der Kinderspielplätze. Parkseitig wird - innerhalb des Umrisses des zur Zeit bestehenden Zubaus - eine Badelandschaft mit den Kinderbecken errichtet, welche zwischen dem Erdgeschossniveau und dem Parkniveau vermittelt. Die Liegewiese wird im Sommerbetrieb mit einem demontablen Zaun eingezäunt. Der Zaun entlang der Arbeitergasse bleibt ganzjährig bestehen. Im Winter werden die Zäune entfernt und die Flächen wieder dem Park zugeordnet. Die barrierefreie Erschliessung für das gesamte Gebäude, Sommer wie Winter, erfolgt über den parkseitigen Zugang mittels einer Rampe. Im Gebäudeinneren wird ein Lift eingebaut, mit welchem alle Geschosse barrierefrei erschlossen sind.

Familienbad
Die Kinderbecken werden Teil der Bade- und Spiellandschaft, welche parkseitig in Verlängerung des Gebäudes angelegt, und mit einer massiven Brüstung umgrenzt ist. Da die zur Verfügung stehende Fläche für Becken und Beckenumgänge stark begrenzt ist, wird die gesamte „Schublade“ als nasse Planschfläche gedacht, die mit verschiedenen Wasserattraktionen bespielt ist. Ausserdem sind die Rampen zur Überwindung des Höhenunterschiedes von Erdgeschoss zu Freiflächen eingeschnitten, welche geschickt zwischen den Niveaus vermitteln und gleichzeitig den barrierefreien Zugang ermöglichen. Ein zentraler Bereich mit Spritzdüsen wird mit den beiden Kinderbecken und einem dritten überdachten Rutschbecken zu einer Wasserlandschaft verknüpft und bieten ein breites Angebot an Spielmöglichkeiten für Kinder vom Kleinkind bis Volksschulalter. Die Becken sind als Folienbecken ausgebildet und werden mit dem Gummigranulatboden zusammenhängend als bunte Landschaft gestaltet. Der hervorstehende Gebäudeteil wird im Erdgeschoss zum überdachten Aussenraum umfunktioniert und wird ebenfalls Teil der Badelandschaft. In ihm ist eine Kinderrutsche angeordnet, die den Niveauunterschied zwischen Eingangs- und Beckenniveau nutzt.
Das Gebäudeinnere wird von einem klaren und offenen Raumkonzept geprägt. Eine offen gestaltete Raumschicht mit hoher Aufenthaltsqualität, die vor allem dem Aussenraumbezug und den Blickbeziehungen zu den Becken geschuldet ist, empfängt den Besucher und wird, locker möbliert, vom Kiosk mitgenutzt. Ein Gebäudeflügel wird durch eine offen gestaltete Kästchenhalle belegt, in welcher die Garderoben für beide Geschlechter angeordnet sind. Einige Einzelkabinen sorgen für das Bedürfnis nach Privatsphäre. Sämtliche Nassräume sind im bestehenden Kern untergebracht, um den die offenen Raumzonen gruppiert sind. Während des Winterbetriebs bleiben der Reinigungsgeräteraum und das Behinderten-WC unabhängig vom Familienbad nutzbar.

Saunabad
Die geschlechtergetrennte Garderobenanlage wird als Schleuse zwischen Empfang und Saunabereich gelegt. So entsteht eine klare Trennung zwischen Schmutz- und Barfußbereich; Eingangs- und Nacktbereich. Das Tröpferlbad nimmt den separat erschließbaren Raum an der Straßenseite ein und funktioniert räumlich wie organisatorisch unabhängig von der Sauna. So kann der Saunabereich als Gürtel um die Kernzone herumgelegt werden. Die Klarheit der Gebäudestruktur wird unterstrichen, indem der Kern mit wenigen Eingriffen freigespielt wird. Zur Schaffung einer höheren Innenraumqualität mit guter Belichtung wird der Frischlufthof als Atriumgarten innerhalb des Ruhebereichs vorgesehen. Hierfür wird die bestehende Decke geöffnet und durch eine tragende Glasfassade abgetragen. Durch die zentrale Anordnung der Sauna und des Dampfbades an der nordöstlichen Fassade entsteht eine zentrale Nutzungsschiene mit optimalen Abläufen zwischen Vorreinigen, Schwitzen, Abkühlen und Ruhen. Die Abkühlzone wird als „dicke Wand“ thematisiert, in der Saunen, Fußwärmebecken, Kaltwasserbecken sowie die verschiedenen Duschattraktionen eingebettet werden. Durch die Anordnung des Kaltwasserbeckens innerhalb der Kernzone kann diese zum einen schwellenlos begangen werden, andererseits wird die Raumhöhe im Erdgeschoss durch das Beckenvolumen nicht eingeschränkt.

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