Neubau und Sanierung Schule Mehrerau
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- Mehrerauerstraße 68, 6900 Bregenz
- Year
- 1997
Auftraggeber
Collegium Bernardi – Kloster Mehrerau
Planung
DI Christian Lenz
Architekten Hermann Kaufmann ZT GmbH
DI Nives Pavkovic
DI Rolf Ennulat
Umbau
Fotos
Ignacio Martinez
Die Erhaltung des bestehenden „Bildes“ der Klosteranlage, das aus einer zusammenhängenden, großzügigen Dachlandschaft sowie einer ruhigen und zurückhaltender Architektur besteht, war ein entscheidendes Kriterium für die Neukonzeption des Gymnasiums Mehrerau.
Trotz umfangreichem Raumprogramm war es möglich, durch die Einbeziehung des Dachgeschosses, die notwendigen Flächen in der vorhandenen Kubatur unterzubringen.
Die innere Organisation ist einfach konzipiert. Ein eigenes Treppenhaus im Zentrum der Schule ermöglicht eine interne sowie externe Erschließung, die Mittelgänge mit beidseitigen Klassen übernehmen die typische vorhandene Grundrisskonzeption des alten Klosters.
Die notwendige Belichtung des Ganges erfolgt über offene Teile nach Norden sowie über Oberlichtbänder in den Klassen.
Aus Gründen des Denkmalschutzes musste das bestehende Gewölbe im Erdgeschoss erhalten werden. Dieses wird als multifunktionale Eingangshalle oder Foyer sowie als Speisesaal genützt und erlangt durch die Freilegung eine interessante räumliche Wirkung.
Durch die Erhaltung des Gewölbes war es notwendig, das Gebäude in einer Leichtbauweise zu konzipieren. Die Entscheidung eine Holzkonstruktion einzusetzen war das Ergebnis mehrerer Untersuchungen. Es zeigte sich, dass mit Holz die Probleme der Statik, sowie des Brand- und Schallschutzes auf einfache und kostengünstige Weise in den Griff zu bekommen waren. Diese Materialentscheidung war auch bestimmend für die Konzeption der Fassaden.
Die bestehende Anlage des Klosters Mehrerau ist das Ergebnis vieler zeitlich differenzierter Bauten, die alle die Sprache ihrer Zeit sprechen. Somit war es für uns legitim, diesen neuen Bauabschnitt in einer zeitgemäßen Architektursprache darzustellen, welche auf die bautechnischen Möglichkeiten sowie auf die funktionellen Erfordernisse, wie optimale Belichtung der Räume reagiert.
Die Fassade besteht aus einem massiven Sockel sowie einer Eichenholz-Glaskonstruktion im 1. und 2. Obergeschoss, also eine bewusste Kontrastierung der bestehenden verputzten Anlage, jedoch aus der spezifischen Situation heraus entwickelt.
Die Energiekonzeption des Gebäudes ist nach dem neuesten Stand der Technik angelegt.
Die Energieversorgung erfolgt über die bestehende Hackschnitzelanlage. Eine kontrollierte Gebäudelüftung sorgt nicht nur für hohe Luftqualität in der Schule, sondern vermindert auch den Heizenergieverbrauch beträchtlich durch Wärmerückgewinnungsanlagen.
Somit ist der Neubau des Gymnasiums Mehrerau ein interessanter Beitrag zur Ökologiediskussion durch die Verwendung von Holz als Baumaterial sowie durch energiesparende Haustechnik.