Sozialzentrum Schützengarten

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Address
Schützengartenstraße 8, 6890, Lustenau
Year
2011

Auftraggeber

Marktgemeinde Lustenau

Planung

Arch. DI Christian Lenz

DI (FH) Gerhard Matt

Ing. Katrin Spiegel

Umbau | Sanierung

Fotos

Bruno Klomfar



Der Bregenzer Architekt Willi Braun war einer der ersten Vorarlberger Architekten, der sich sehr stark mit dem Thema Krankenhäuser, Sanatorium und Versorgungsheime beschäftigt hatte. 1922 entstanden nach seinen Plänen die Versorgungsheime in Lustenau, in Dalaas sowie das Heim für Unheilbare in Oberlochau und das Sanatorium Gaisbühel.

Beim Versorgungsheim in Lustenau wählte Braun einen schlichten, der Landschaft angepassten, einfachen U-förmigen Baukörper mit integrierter Kapelle. Dieses Kulturgut zu erhalten, ist ungemein wichtig. Gemeinsam mit der Gemeinde, dem Bundesdenkmalamt und dem Umweltverband konnten dem Gebäude die gebührende Wichtigkeit und Wertigkeit hinsichtlich Architektur, sinnvoller Nutzung, energetischer sowie bauökologischer Optimierung wiedergegeben werden.

Leider ist außer den Fassaden, der Kapelle und dem Eingangsbereich im Innenraum nichts mehr im originalen Zustand und durch andere Nutzungen inhaltsbedingt umgebaut worden. Ziel war es, so viel wie möglich zu schützen, erhalten, rekonstruieren und barrierefrei energetisch wesentlich zu verbessern. Aus dem ehemaligen Versorgungs-; Alten- und Entbindungsheim ist nun Lustenaus Treffpunkt für Soziales und Gesundheit, kurz „Im Schützengarten“ geworden. Die von Architekt DI Lothar Huber im Jahre 2003 geplante Pflegestation wurde als L-förmiger Zubau im Süden konzipiert und schaffte somit die Möglichkeit, einen erlebnisreichen, vielfältig nutzbaren Innenhof und Dementengarten zu planen und auszuführen.

Im gesamten Nordostflügel ist das Rote Kreuz untergebracht mit direktem Zugang vom Kellergeschoss in die neu geplante Tiefgarage, in der sich die Sanitätsautos, diverse Lager und der Desinfektionsraum befinden. Im restlichen Keller sind die Technikräume, diverse Lagerräume und die Räume für den Hausmeister und den Käutergartenverein situiert. Der ehemalige Zugang des Versorgungsheimes wird nun zum Haupteingang für den „Schützengarten“ sowie für das Seniorenhaus.

Über die denkmalgeschützte Halle und einen 2-geschossigen, westseitig verglasten Zubau, in dem sich die Cafeteria befindet, gelangt man in das Seniorenhaus. Die Cafeteria erhält eine Außenterrasse, von der aus über eine Rampe der neu gestaltete Innenhof barrierefrei erreichbar ist. An die Cafeteria angebunden ist der große Mehrzwecksaal, der zur allgemeinen Nutzung dient.

Im Südwesttrakt befindet sich im Erdgeschoss der Mobile Hilfsdienst sowie die Verwaltung. Im 1. Stock ist im Südwesttrakt der ambulante Familiendienst untergebracht. Im Mitteltrakt diverse Seminarräume und im Nordosttrakt ist die bestehende Kapelle, welche ebenfalls adaptiert wurde.

Im 2. Obergeschoss ist im Südwest- und im Mitteltrakt der „aks“ situiert. Das Dachgeschoss wurde als Edelrohbau ausgeführt und kann später den gewünschten Nutzungen zugeführt werden.

Ebenfalls erhielt der gesamte Außenraum einen neue Nutzung und Gestaltung, in der der bestehende Kräutergarten eingebunden ist.

Durch eine starke engagierte Arbeitsgruppe seitens der Gemeinde war es möglich, dieses einzigartige Bauvorhaben in hoher denkmalpflegerischer, bauökologischer und nutzungsrelevanter Sicht umzusetzen. Und es ist durch die vielen verschiedenen im Sozialbereich tätigen Nutzer und deren Besucher in allen Altersstufen sowie den öffentlich nutzbaren Räumlichkeiten gelungen, dem neu gestalteten, unter Denkmal geschützten Haus wieder neues Leben einzuhauchen.

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