Mit Holz hoch hinaus

 Carsten Sauerbrei
27. November 2017
Mit 64 Metern und 18 Geschossen wird der Hochhausturm ab 2021 das höchste Holzhochhaus Deutschlands sein. (Bild: Störmer Murphy and Partners)
Das Hamburger Architekturbüro Störmer Murphy and Partners plant Deutschlands höchstes Holzhochhaus.
Neubauten aus dem nachhaltigen, weil CO2-speichernden Baustoff Holz sind in Deutschland immer noch in der Minderheit. Die in den Landesbauordnungen festgelegten Brandschutzanforderungen setzen der Anwendung des nachwachsenden Materials leider noch zu oft Grenzen, insbesondere bei mehrgeschossigen Gebäuden. Umso bemerkenswerter ist es, dass jetzt die «Deutsche Wildtier Stiftung» gemeinsam mit «Garbe Immobilien-Projekte» bekannt gab, in der Hamburger Hafencity mit dem «Wildspitze» genannten Gebäudeensemble das mit bis zu 64 Metern Höhe höchste Holzgebäude Deutschlands bauen zu wollen.
Das Gebäudeensemble bildet das Entrée in das Quartier Elbbrücken der Hamburger Hafencity. (Bild: Störmer Murphy and Partners)
Nach dem Entwurf des Hamburger Architekturbüros Störmer Murphy and Partners soll laut Pressemitteilung bis 2021 ein gemischt genutztes Ensemble mit einer Kombination aus Wohnen und einer gemeinnützigen Nutzung entstehen, unter anderem mit einer Ausstellung zum Thema Natur- und Artenschutz. Als markanten Orientierungspunkt des gesamten Ensembles platzieren Störmer Murphy and Partners einen 18-geschossigen Hochhausturm an der Spitze des trapezförmigen Baufelds. Das Holzhochhaus, wie auch die weiteren, niedrigeren Bauteile soll mit Ausnahme der aussteifenden Treppenhauskerne vollständig aus Holzwerkstoffen errichtet werden. Als Lärm-, Witterungs- und Brandüberschlagsschutz planen die Architekten eine den Turm umhüllende, zweite, gläserne Fassadenhaut, die die großzügigen Loggien der dahinterliegenden Wohnungen nach außen abschließt und individuell geöffnet werden kann.
Das Gebäudeensemble entsteht als Mischnutzung mit 189 Wohnungen, aber auch der Zentrale der Deutschen Wildtier Stiftung, inklusive einer. 2.200 qm großen Ausstellung. (Bild: Störmer Murphy and Partners)
Auch wenn Holzhochhäuser aufgrund des ab zehn Geschossen Höhe stark ansteigenden Aufwands für Erschließung und Brandschutz nach Meinung des Schweizer Holzbauingenieurs Stefan Zöllig nicht massentauglich sind, so haben sie doch eine wichtige Leuchtturmfunktion, um Vorbehalte gegenüber dem Baustoff Holz auszuräumen und dessen Potential aufzuzeigen. Den mit 84 Metern weltweiten Höhenrekord im Holzbau werden mit dem «HoHo Wien» zwar auch nach der Fertigstellung der “Wildspitze” das Wiener Büro RLP Rüdiger Lainer + Partner halten, dennoch wird der Hamburger Neubau helfen, Holz in Deutschland als vollwertige Alternative zu anderen Baustoffen, insbesondere auch bei mehrgeschossigen Gebäuden zu etablieren.
Eine Verglasung vor den Wohnungsloggien dient als Lärm-, Witterungs- und Brandüberschlagsschutz.(Bild: Störmer Murphy and Partners)

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