Baubeginn für Medical Spa Resort auf Sylt

Naturmedizin unterm Reetdach

 Carsten Sauerbrei
12. December 2017
Bis 2020 realisieren ingenhoven architects auf dem Gelände eines ehemaligen Offiziersheims auf Sylt ein Medical Spa Resort mit 68 Zimmern. (Bild: © ingenhoven architects)
Ende November begannen die Arbeiten für den durch das Düsseldorfer Büro ingenhoven architects geplanten «Lanserhof Sylt». Zeitgenössische Formensprache und regionaltypische Architekturelemente sowie schadstofffreie Baustoffe kennzeichnen das Projekt.
Naturheilkunde und Spitzenmedizin, schadstofffreie Baustoffe und zeitgenössische Architektur: Was zunächst als eine etwas überraschende Liaison erscheint, wird - je länger man darüber nachdenkt - immer sinnvoller, betrachtet man Gesundheit oder Architektur als ganzheitliche Aufgabenstellungen. Vor diesem Hintergrund verwundert es auch nicht, dass das aktuelle Bauvorhaben, der Lanserhof Sylt, bereits das dritte Projekt aus der Kooperation zwischen dem Düsseldorfer Architekten Christoph Ingenhoven und Christian Harisch, einem der Partner der österreichischen Lanserhof-Gruppe, ist. 2014 wurde bereits der Lanserhof Tegernsee fertig gestellt und Anfang 2017 der Erweiterungsbau des Resorts im österreichischen Lans eröffnet.
Reetdächer und kleinteilig strukturierte Baukörper garantieren die sensible Einbindung in Landschaft und den Gebäudebestand der Umgebung. (Bild: © ingenhoven architects)
Mit dem feierlichen Spatenstich am 29. November auf der Nordseeinsel Sylt begannen die Arbeiten für das neue Medical Spa Resort mit 68 Zimmern, das ingenhoven architects bis 2020 auf dem Gelände eines ehemaligen, 1938 eröffneten Offiziersheims im Norden der Insel realisieren. Das unter Denkmalschutz stehende Offiziersheim mit seiner regionaltypisch reetgedeckten, aber auch zeittypisch monumentalen Ziegelarchitektur lassen die Architekten in enger Abstimmung mit Denkmal- und Naturschutz umbauen. Als Neubauten sollen ein neues Hauptgebäude mit Bäderbereich sowie ein Diagnostikhaus entstehen, in dem die medizinische Versorgung untergebracht ist. Drei Ferienhäuser zur Unterbringung der Gäste vervollständigen das geplante Ensemble.
Die Innenräume prägen elegante, reduzierte Formen und dezente Farben. (Bild: © ingenhoven architects)
Die gelungene Einbindung der Neubauten in den lokalen Kontext und die umgebende Dünenlandschaft erreichen ingenhoven architects unter anderem mit dem mit 5.900 m² größten Reetdach Europas, aber auch mit den differenziert strukturierten und sich zur Umgebung öffnenden Baukörpern. Ökologisch und gesundheitlich unbedenkliche und von einem Baubiologen überwachte Materialien, eine harmonische und schlichte Formensprache sollen die ganzheitliche Erholung der Gäste sicherstellen. Einen sparsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen garantieren bei dieser insgesamt sehr überzeugenden Planung die Nutzung von Geothermie und die hochwärmegedämmte Gebäudehülle mit 3-Fach Isolierverglasung und circa 26 cm Wärmedämmung im Reet-Dachaufbau, mit der mindestens die Werte der ENEV 2017 eingehalten werden können.
Eine 3-fach Isolierverglasung und circa 26 cm Wärmedämmung im Reetdach sind Bestandteil der hochwärmegedämmten Gebäudehülle. (Bild: © ingenhoven architects)

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