Lindenhofplatz, Mannheim

Schmuckplatz 3.0

POLA
17. January 2018
Blick auf den Lindenhofplatz
POLA gewinnt den Wettbewerb um den Lindenhofplatz in Mannheim. Jörg Michel stellt sich unseren Fragen zum Wettbewerb.
Südwestlich des Mannheimer Hauptbahnhofs soll mit dem Lindenhofplatz ein wesentlicher Baustein zur Vollendung der Stadtentwicklung im Stadtteil Lindenhof entstehen. Welche Ausgangssituation haben Sie vorgefunden?
Was ich bei der Begehung des Wettbewerbsgebietes vorgefunden haben ist die leere Fläche einer beginnenden Großbaustelle. Ein weißes Blatt Papier welches für die Gestaltung des zukünftigen Platzes eine absolute Freiheit und zugleich die größte Beschränkung bedeutet. Was tun, wenn alles möglich, wenn nichts vorgegeben ist?
Erschwerend kommt hinzu mit dem Lindenhofplatz ein Gestaltungs- und Nutzungskonzept vorzulegen welches in zwei zeitlich weit auseinanderliegenden Bauabschnitten realisiert, der Eindruck des Unvollendeten aber vermieden werden soll. Diese sehr komplexe und herausfordernde Ausgangsituation machte es für mich und mein Büro umso reizvoller eine Lösung für die Gestaltung des zukünftigen Lindenhofplatzes zu entwickeln, was wir dann auch geschafft haben. Die Einstimmigkeit der Jury bestätigte dies.
Konzept
Welches sind die Kerngedanken Ihres Entwurfs?
Je komplexer die Aufgabenstellung umso einfacher sollte für mich die Lösung sein. Dieser Kernaussage folgend basiert der Entwurf auf genau zwei Prinzipien.
Zum einen stellt der Platz eine direkte Verbindung zwischen dem Stadtzentrum mit Hauptbahnhof und angrenzenden Parklandschaft des ehemaligen Schlossgartens her.
Zum anderen verhält sich der Platz wie eine nach allen Richtungen sich ausbreitendende und mit der Umgebung sich verbindenden Baumwurzel. Nicht Gebäudefluchten definieren den Platz, sondern die alltäglichen Bewegungs- und Verhaltensmuster der Menschen. Es sind diese menschlichen Bedürfnisse und nicht städtebauliche Konzepte welche den Platz und seine räumliche Ausdehnung definieren.
Wir definieren in unserem Entwurf den Lindenhofplatz als einen grünen Flur, gärtnerischen Stadtplatz, Erholungs- und Transitraum, der emotionale und funktionale Bindungen eingeht. Der Platz steht damit in der Tradition der Schmuckplätze des 19. Jahrhunderts. 
Realisierungsteil
Welche übergreifenden Qualitäten waren Ihnen besonders wichtig?
Mein Anliegen ist, dass dieser neue städtische Platz in erster Linie eine hohe Verweilqualität und atmosphärische Dichte bekommt. In erster Linie hat er die Aufgabe die angrenzenden Stadt- und Landschaftsräume in ihrer Eigenständigkeit zu betonen und in ein gemeinsames Zwiegespräch einzubinden. In diesem Kontext ist das Originäre und absolute Eigenständigkeit des Platzes weniger wichtig als seine Mediatorenrolle innerhalb des Gesamtensembles.
Ideenteil
Gibt es schon einen geplanten Fertigstellungstermin?
Geplant ist ein Baubeginn für das Jahr 2019, mit einer Fertigstellung für den ersten Bauabschnitt (Realisierungsteil) im Jahr 2020.
Die zeitliche Umsetzung des zweiten Bauabschnitts (Ideenteil) steht in Abhängigkeit von der Realisierung der neuen Straßenbahnlinie auf der Glücksteinallee, mit Haltestelle am Lindenhofplatz.
Blick von der Meerfeldstraße
Lindenhofplatz, Mannheim
Nichtoffener Ideen- und Realisierungswettbewerb

Auslober/Bauherr: Stadt Mannheim, Mannheim
Betreuer: a:dk architekten datz kullmann, Mainz

Jury
Prof. Markus Neppl, Vors. | Tancredi Capatti | Klaus Elliger | Michael Palm | Prof. Dr. Hartmut H. Topp | Michael Triebswetter | Oliver Witan | Klaus Schwennen

1. Preis
Landschaftsarchitekt: POLA, Berlin

2. Preis
Landschaftsarchitekt: BIERBAUM. AICHELE. landschaftsarchitekten, Mainz, Frankfurt am Main

4. Preis
Landschaftsarchitekt: ANNABAU Architektur und Landschaft, Berlin 

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