Photo © DI Volker Wortmeyer
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Kindergarten Bad Vigaun

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Year
2014
Stories
1-5 Stories
Client
Gemeinde Bad Vigaun
Team
Bernhard Anglberger, Thomas Papai, Judith Eckl

Zwei übergeordnete, rechtwinkelig ineinandergesteckte Volumen definieren die Gebäudestruktur des neuen Kindergartens. Kleinere Boxen werden wiederum in die größeren Baukörper eingeschoben, wodurch sich der Neubau in seiner Maßstäblichkeit gut in die Umgebungsbebauung einfügt. Die Verkehrserschließung erfolgt im Nordwesten des Grundstücks, die Vorfahrt von Kindergartenbus und Eltern ist einbahnig organisiert um die Unfallgefahr zu vermeiden.

Der Eingang liegt im Kreuzungspunkt der einerseits gemauerten und andererseits mit Holz und Blech verkleideten Baumasse. So werden die Wege im Gebäude verkürzt und alle Gruppenräume können schnell erreicht werden. Funktionell entsteht dadurch eine Trennung zwischen den  vier Gruppenräumen der Altersgruppe Kindergarten (EG, 1. OG) und der Krabbel- und Alterserweiterten Gruppe (EG).

Diese unkonventionelle Form birgt einige Vorteile, wie z.B. die unterschiedliche Ausrichtung der Räume, wodurch verschiedenartige natürliche Lichtsituationen entstehen, zudem ergeben sich im Innenraumgefüge, sowie im Garten immer wieder Nischen und Rückzugsmöglichkeiten für die Kinder. Eine dieser Nischen wird z.B. als Kreativbereich genutzt.

Die räumlichen Funktionen sind wohl durchdacht und so kann z.B. die Halle mit Bewegungsraum und Essbereich zu einer großen Veranstaltungsfläche zusammengeschlossen werden, der zudem in einem Teilbereich zur Freispielfläche hin geöffnet werden kann. Es ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten (Lesung, Elternabend, Seniorenabend,…) den „Marktplatz“ außerhalb der Kindergartenöffnungszeiten zu nutzen. Über die Ausgabeküche wird für ein warmes Mittagessen für die Kinder gesorgt.

Die Freispielfläche ist aufgrund des sparsamen Umgangs mit Grund und Boden mit ihren 1800m² sehr großzügig angelegt für einen 6-gruppigen Kindergarten. Zahlreiche Themenbereiche ermöglichen ein gleichzeitiges Benutzen des Gartens.

Eine besondere Feinfühligkeit wurde auch dem Thema Farbgestaltung entgegengebracht. So differenziert wie das Gebäude von außen wirken mag, wo die Farbgebung sehr natürlich wirkt, innen fungiert die Farbe Gelb als Bindeglied zwischen den einzelnen Gruppen und Geschoßen. Jedes Kind und jeder Besucher wird von einem sonnigen, lächelnden Farbakzent begrüßt und durch das KinderHaus begleitet.

Der Kindergarten behält trotz seiner außergewöhnlichen Strukturierung eine gewisse Eigenständigkeit und wird so zu einem Identifikationspunkt, der für Kinder sehr wichtig ist.

Kinder kreieren nicht geplant. Wenn sie malen oder basteln, handeln sie selten ausgeprägt strukturiert. Kinder brauchen Nischen und Rückzugsorte, Orte zum Verstecken und zum Alleine-Sein. Der Entwurf geht auf die Bedürfnisse der Kinder ein und bleibt dabei trotzdem funktional.

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