Jugendzentrum Starnberg

Starnberg, Germany
Photo © Michael Heinrich
Photo © Michael Heinrich
Photo © Michael Heinrich
Photo © Michael Heinrich
Architects
Goetz Castorph Architekten und Stadtplaner
Location
Starnberg, Germany
Year
2009

Wie ein dunkles, hölzernes Floß liegt das Gebäude auf der Festwiese am Starnberger See. Es ist ein schlichter und prägnanter Baukörper, der sich im Zusammenspiel mit den großen Nachbarbauten Landratsamt, Hallenbad und Bayerischer Yacht-Club selbstbewusst und präzise situiert. Das Gebäude bildet seine eigenen Außenräume, teils überdacht, teils ganz offen. Die Freiräume orientieren sich nach Westen, um maximal von der Nachmittagssonne zu profitieren. Eine von schlanken Stützen gebildete Veranda schafft eine Zone des weichen Übergangs von Außen nach Innen. Die Jugendlichen sollen auch im Freien das Gefühl haben, im Jugendzentrum zu sein und an ihm teilzuhaben. Die Straßenlaterne als "kühle" Lichtquelle des Eingangshofs und die offene Feuerstelle in der Veranda als "warmer", bergender Ort bieten zwei atmosphärisch aufgeladene Szenerien, die als Gegensatzpaar das Angebot des Jugendtreffs illustrieren.

Es wurden keine explizit "jugendlichen" Gestaltungsansätze verfolgt, sondern es wurde ein Gebäude geschaffen, das dem periodisch wechselnden Publikum organisatorische und gestalterische Permanenz entgegensetzt. Auch war das Haus von Anfang an als Möglichkeit für die Vielzahl von Starnberger Gruppen und Vereine gedacht, die keine eigenen Räume haben. Im Idealfall könnte also ein echter Begegnungsort der Generationen entstehen.

Einfache Materialien wie Holz, Beton, Asphalt und Linoleum, in dunklen Farbtönen gehalten, bieten einen "zeitlosen" Hintergrund für das "jetzt" der jungen Menschen. Dass sich die Nicht-Farbigkeit des Gebäudes auch in den Augen seiner Nutzer weit genug vom farbenfrohen Allerlei heutiger Schularchitektur absetzt und somit dem Gebäude eine prinzipielle "Coolness" von den Jugendlichen vor Ort bescheinigt wird, freut uns als Architekten. Die Außenverkleidung des Holzbaus aus dunkel gestrichenem, gebürstetem Fichtenholz nimmt Bezug auf die am See üblichen Alltagsarchitekturen, wie Bootshäuser und Werfthallen. Auch die legere Eleganz skandinavischer Ferienhäuser war eines der Stimmungsbilder, die den Entwurf inspirierten. Fein differenziert sind die Oberflächen: Die Schalungsstruktur des Betonsockels wiederholt sich in der horizontalen Bretterverkleidung des Dachrandes. Eine genau geplante "Stufigkeit" des Fassadenschnitts unterstreicht den baumeisterlich orientierten Entwurfsansatz der Detaillierung. Auffallendstes Bauelement sind die tragenden Fertigteilstützen aus Stahlbeton an der Veranda, die mit ihrer Schlankheit von nur 17 cm dem Bau Leichtigkeit und Anmut verleihen.

Auftraggeber
Stadt Starnberg

Architekt
Goetz Hootz Castorph
Architekten und Stadtplaner GmbH

Bruttorauminhalt
4.935 m3

Bruttogeschossfläche
1.020 m2

Beauftragte Leistung
LPH 1-8

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