Netzkulinarium

Wien 10
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Architects
Pichler & Traupmann Architekten
City
Wien 10
Year
2013

Architektonisches Konzept Betriebsrestaurant 

Das Kulinarium als Kommunikationszentrum der Wiener Netze ist symbolträchtig in jenem Raum situiert, der zwischen zwei besonderen Baudenkmälern aufgespannt wird: dem Gasometer und dem Wasserturm.

Zwischen diesen beiden Polen erstreckt sich unser Gebäude als eingeschoßige Struktur.

Um die Beziehung zwischen und zu diesen beiden Baudenkmälern für den Gast erlebbar zu machen, erstreckt sich der Speise- und Cafeteriabereich ebenfalls über die gesamte Länge des Gebäudes und öffnet sich hauptsächlich zu diesen hin.

Aus diesem Grundansatz heraus ergibt sich ein System paralleler Zonen: der gesamte versorgende Bereich - von der Anlieferung über die Lager bis zur Produktion - kann daher als logische, lineare Schiene dargestellt werden. Der free-flow-Bereich fungiert als Gelenk und Verbindungsglied zwischen den beiden Zonen.

In besonderer Weise wird jedoch auf den in die Aufgabenstellung mit eingeschlossenen Wasserturm reagiert: der vorgegebenen Schräge der Sichtachse zum Turm folgend verjüngt sich das Gebäude, gibt dadurch den Blick eindrucksvoll frei und erzeugt einen platzartigen Raum im Vorfeld des Turms.

Äußerst skeptisch stehen wir der vorgegebenen Außentreppe als Annex des Turms gegenüber: eine solche ist aus unserer Sicht mit der Integrität und Autonomie des Baudenkmals unvereinbar. Einer Logik des "kleineren Übels" können wir ebensowenig folgen. Wir verfolgten daher folgende fundamentale Strategie:

Wir umfassen den Turm an seiner Basis, und zwar unter Niveau, um seine freie Stellung sichtbar nicht einzuschränken. unter Niveau jedoch schaffen wir ein großzügiges, von oben belichtetes Foyer, welches das Kellermauerwerk des Turms freilegt und den Zutritt zum Turm im Untergeschoß bewerkstelligt. Die Erschließung der Klub- und Konferenzräume erfolgt ausschließlich innerhalb des Turms, der Nutzflächenverlust durch die eingezogene Treppe wird durch das Foyer im Untergeschoß mehr als wettgemacht.

Dieses neu erdachte Foyer ist mit dem Bereich der Cafeteria über eine Treppe in einer Linie und im Kontinuum des Raums verbunden. zugleich gelingt eine funktionale Verknüpfung mit dem Produktionsbereich des Kulinariums, sodass der Turm bestens daher versorgt werden kann.

Die beiden Lösungsansätze zu den Aufgabenstellungen Betriebsrestaurant/Kommunikationszentrum und denkmalgeschützter Wasserturm verschmelzen so zu einer vollkommen schlüssigen Einheit.

Nutzung

Betriebsrestaurant und Kommunikationszentrum
 
Bauherr
WIENER NETZE GmbH Wien
 
Leistungsumfang
Generalplanung
 
Projektteam
Pichler & Traupmann Architekten ZT GmbH
Wolfgang Windt (Projektleiter)
Carmen Deisenhammer
Andrea Ehrenreich
Klemens Gabriel
Steve Stiglmayr
 
Wettbewerb:
Christoph Degendorfer
Bartosz Lewandowski
 
Planungsbeginn
2013
 
Baubeginn
2015
 
Fertigstellung
2016
 
Nutzfläche
2.844 m²
Bruttogeschoßfläche: 3.260 m²
Bebaute Fläche: 2.656 m²
Bruttorauminhalt: 17.756 m³
 
Fotos
©Rupert Steiner, Wien
 
Modell
Harald Schmidt, Wien
 
Preis
WB 1. Preis

GP-interne Koordination, ÖBA
FCP – Fritsch, Chiari & Partner ZT GmbH, Wien
 
Tragwerksplanung und Prüfingenieur
FCP – Fritsch, Chiari & Partner ZT GmbH, Wien
 
Haustechnik, Elektrotechnik
DIE HAUSTECHNIKER Technisches Büro GmbH, Jennersdorf
 
Bauphysik, Bauökologie, Fassade
Dr. Pfeiler GmbH, Graz
 
Brandschutz und Bau KG
Norbert Rabl ZT GmbH, Graz
 
Lichtplanung
pokorny Lichtplanung, Wien
 
Küchenplaner
Stierlen Großküchengeräte VertriebsgmbH, Wien

Hydroingenieur:
IBW Ingenieurbüro Wachter GmbH, Eisenstadt

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