Europan Austria: Kosmos Architects entwickeln starkes Konzept für Klagenfurt

Manuel Pestalozzi
16. décembre 2021
Der Vorschlag »5 Squares of Learning« sieht im Bahnhofsviertel eine »Enfilade von Plätzen« vor. (Visualisierung © Kosmos Architects)

Für die 16. Ausgabe des Wettbewerbs Europan Austria wurden drei Areale in Graz, Linz und Klagenfurt ausgewählt. Klagenfurts Bahnhofsviertel wird als das wichtigste Gebiet für städtebauliche Eingriffe in der Landeshauptstadt bezeichnet. Denn in den nächsten fünf Jahren wird der Bau einer transeuropäischen Hochgeschwindigkeits-Bahnlinie erwartet, die eine Verbindung zwischen dem Baltikum und der Adria schaffen soll. Die Stadt schrieb daher im Rahmen des Wettbewerbs für Nachwuchsarchitekt*innen ein Konzept für die städtebauliche Entwicklung des Bahnhofsviertels aus. Gemeinsam mit den Kooperationspartnern wie den Stadtwerken und der Wirtschaftskammer soll nämlich das sieben Hektar große Areal nördlich des Gleisfelds ausgebaut werden.

Das Projekt »5 Squares of Learning« machte nun das Rennen. Die internationale Europan-Jury wählte den Vorschlag ob seiner Klarheit in der Präsentation und vor allem den ansprechenden Visionen, die sich aus ihm ergeben, aus. Dmitrii Prikhodko, Leonid Slonimskiy und Artem Kitaev, die drei Autoren, und ihre Mitarbeiter*innen stammen aus Russland. Ihr internationales Büro heißt Kosmos Architects. Es hat Standbeine in Zürich, Moskau, Graz and New York. »Das Projekt ›5 Squares of Learning‹ macht Anleihen bei der polyzentrischen Konfiguration der Stadt Klagenfurt. Es entwickelt in einem Gefüge aus neun Gebäuden fünf Platzsituationen. Die fünf Plätze haben jeder einen eigenen Fokus und unterschiedliche Qualitäten«, heißt es im Urteil der Europan-Jury. Positiv beurteilt sie insbesondere die räumliche Vielseitigkeit, den Nutzungsmix, die Belebung der Erdgeschosszonen sowie deren gelungene Verkettung über das ganze Areal hinweg. Auch das Grünraumkonzept fand Lob.

Das Projekt differenziert zwischen Grünflächen und fünf Plätzen. Vier sind Teil der »Enfilade«, der fünfte befindet sich am nördlichen Ende des Areals. (Isometrie © Kosmos Architects)

Bei der Stadt Klagenfurt ist man ebenso angetan von diesem Europan-Vorschlag. Stadträtin Corinna Smrecnik bezeichnet »5 Squares of Learning« als Richtschnur für die zukünftige Entwicklung: »Das Siegerprojekt vereint viele Dinge, die mir als Stadtplanungsreferentin wichtig sind. Zahlreiche Vorschläge, von der offenen Erdgeschosszone bis zur angedachten Entsiegelung des Bodens, sind Entwicklungsansätze, die wir uns in der weiteren Gestaltungen der Stadt mehr als wünschen. Das Projekt fügt sich angenehm in das bestehende und die angrenzenden Viertel. Es ist mir eine besondere Freude, dass die Siegerprojekte – auch jene von Linz und Graz – dann im März 2022 in Klagenfurt ausgestellt und besichtigt werden können.« Auch aus der Klagenfurter Stadtplanung sind positive Kommentare zu vernehmen. »Der Maßstab von Klagenfurt wurde gut aufgenommen. Die Situierung der Baukörper und die fünf Plätze schaffen sehr gute Voraussetzungen für eine optimale Durchwegung und Durchgrünung des Quartiers. Es werden Orte der Kommunikation geschaffen«, erklärt Robert Piechl, der Leiter der Stadtplanung.

Im März 2022 fällt der Startschuss für einen längerfristigen, kontinuierlichen Planungsprozess. Bei den einzelnen Teilgebieten sollen noch Nachschärfungen erfolgen – auch durch zusätzliche Architektenwettbewerbe. Die Umsetzung hängt wohl letztlich vor allem von der Verfügbarkeit der Grundstücke ab sowie von der Investitionsbereitschaft der Eigentümer.

Beim existierenden Workspace »Carinthia« schlagen Kosmos Architects einen multifunktionalen »Maker Square« vor. (Visualisierung © Kosmos Architects)

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