Kaffeehaus im Kunsthistorischen Museum

Wien
Photo © Elisabeth Mayr-Keber
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Drawing © Gert M.Mayr-Keber ZT GmbH
Drawing © Gert M.Mayr-Keber ZT GmbH
Architecten
Gert M.Mayr-Keber ZT GmbH
Adres
Maria-Theresien-Platz, 1010 Wien
Jaar
1988
Kosten
Undisclosed
Verhalen
1-5 Stories

Die Entscheidung zum Einbau eines Kaffeehauses in der Kuppelhalle des Kunsthistorischen Museums in Wien wurde im Zusammenhang mit der Generalsanierung des Mu- seums getroffen. Das Kunsthistorische Museum wurde, gemeinsam mit dem Naturhistorischen Museum in den Jahren 1872-1881, von Gottfried Semper und Karl Hasenauer errichtet, wobei die gesamte Innenausgestaltung jedenfalls Hasenauer zuzuordnen ist. Auf beeindru- ckende Art hat er, gerade mit der Ausgestaltung der Erschließungsbereiche, wohl ei- nes der bedeutendsten und wertvollsten Interieurs geschaffen, die uns bis heute in bestem Zustand erhalten geblieben sind.

Über die funktionellen Kriterien hinaus war daher eine der wesentlichen zu bewältigenden Problemstellungen die Art der Integration der erforderlichen Einrichtungsteile in diese, durch teilweise sehr kostbare und kontraststarke Wand-, Decken- und Bodenbekleidungen, geschlossen durchgestaltete Volumetrie. Die atmosphärischen Adaptionen hinsichtlich künstlicher Beleuchtung - ein Thema das zur Errichtungszeit des Museums nicht relevant war, daher auch nicht angesprochen wurde - und eingeschränkt hinsichtlich der Akustik, waren, neben dem visuell in Erscheinung Tretenden, weitere grundsätzliche Aspekte, die zu lösen waren.

Von der Optimierung obiger Prämissen ausgehend, wurde in der Konzeption des Kaffeehauses eine an das sehr dominante Interieur angepaßte Gestaltungshaltung vermieden, und bewußt, mit eigenständigen, formal abgesetzen und eigens für dieses Kaffeehaus entwickelten Möbeln, sozusagen den „Instrumentarien“ dieser neuen Funktion, eine freie Aufstellung, unter Verzicht auf An- oder Einbaumaßnahmen, angestrebt. Das „Berühren“ des Vorhandenen wird auf ein Minimum reduziert, und gegebenenfalls, wie beispielsweise bei den Stuhl- und Tischfüßchen, entsprechend ausformuliert, interpretiert. Dieser Auffassung folgt auch die Gestaltungshaltung der sonstigen entworfenen Bauteile, die entweder volumsbetont über dem Boden zu schweben scheinen, oder, wie etwa die Leuchten, zart strukturiert im Raum hängen.

So ist die Vitrinenbar frei vor der Säulenstellung situiert, oder auch die Wasserver- und entsorgung in Ermangelung einer Einbaumöglichkeit ebenfalls als sichtbare, frei geführte Konstruktion im Raum ausgeführt. Die durch die vorhandenen Materialien des Bestandes geprägte „Raumhärte“ ist in mehrfachem Sinn wirksam, einerseits akustisch, andererseits aber auch visuell, haptisch und thermisch. Für die Bestuhlung wurde daher ein Kleinfauteuil entwickelt, dessen Polsterung dieser „Raumhärte“ entgegenwirkt, dessen volumsbetonte Form aber auch als Entgegnung auf die vorhandene Maßstäblichkeit zu verstehen ist.

Ein eigenes, von den ornamentierenden Geometrien des Marmorfußbodens abgeleitetes Muster wurde für das Bedrucken des Bezugsmaterials entworfen und findet sich auch auf dem Kaffeeservice in verändertem Maßstab wieder. Die künstliche Beleuchtung wurde in Form einer lusterartigen Hänge- und Stabkonstruktion eingebaut und in Entsprechung zu bereits oben Angeführtem möglichst unsichtbar abgehängt. Somit wurde auch hier der direkte Berührungskontakt zum Vorhandenen minimiert. Die integrierten Hängeleuchten mit Niedervolt-Halogenlampen sind zugleich Silhouettenelemente für eine, auch im abgeschaltenen Zustand, höhendiffernzierend raumbildende und atmosphärisch wirksame Deckenstruktur.

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