Forschungscontainer

 Carsten Sauerbrei
19. December 2017
Wie eine Komposition aus gestapelten, übergroßen Containern wirkt der Neubau des Thünen-Instituts am Bremerhavener Fischereihafen. (Bild: Marcus Ebener)
Ein Gebäude, das wie eine Skulptur aus gestapelten Containern erscheint: Der Neubau des Thünen-Instituts am Bremerhavener Fischereihafen, gestaltet von Staab Architekten.
Anfang November konnten die Mitarbeiter der Abteilungen Fischereiökologie und Seefischerei des Johann-Heinrich-von-Thünen-Instituts den Neubau am Fischereihafen in Bremerhaven beziehen. In diesem werden die bisher auf zwei Standorte aufgeteilten Bereiche in einem gemeinsamen Labor- und Bürogebäude zusammengefasst. Staab Architekten wollten mit ihrem Entwurf eine identitätsstiftende Architektur, eine möglichst große Nutzungsflexibilität und eine möglichst hohe Nachhaltigkeit des Neubaus erreichen, wie Volker Staab 2013 im Interview mit German Architects erläuterte.
Im Sockelgeschoss befinden sich Lagerräume, aber auch eine Aquakulturanlage; darüber folgen die Forschungsgeschosse. (Bild: Marcus Ebener)
Der Baukörper des Institutsneubaus ist markant, seine quaderförmigen, miteinander verschränkten Volumen erinnern an unregelmäßig gestapelte, übergroße Container. Ebenfalls einprägsam ist die gefaltete, an Containerwände erinnernde Aluminiumfassade des Gebäudes, die mit ihrer hellgrau eloxierten Oberfläche Bezug auf die örtlichen Licht- und Wetterverhältnisse, aber auch die Hafenbebauung nimmt. Im Gebäudeinneren ist es die Abfolge der gemeinschaftlich genutzten Bereiche vom Foyer im Erdgeschoss bis hin zu Bibliothek, Konferenzbereich und Terrasse im 1. Obergeschoss, die dem Gebäude seine spezifische Identität verleihen.
Vom Foyer im Erdgeschoss bis hin zu Konferenzbereich und Bibliothek im 1. Obergeschoss erstrecken sich die repräsentatitven Bereiche des Neubaus. (Bild: Marcus Ebener)
Der Stahlbeton-Skelettbau nimmt in seinem weitgehend geschlossenen Sockelgeschoss eine Aquakulturanlage mit den dazugehörigen Laboren und zahlreichen Lagerräumen für Großgeräte, Ausrüstung der Fischereifahrzeuge und Expeditionsbedarf auf. Die Forschungsgeschosse konzipierten die Architekten als vollkommen flexible Labor- und Büroeinheiten, die sich nach außen durch die in die Fassade integrierten Faltläden aus Lochblech abzeichnen. Diese lassen sich vor den Arbeitsräumen bei hoher Sonneneinstrahlung schließen, ohne die Sicht nach draußen zu beeinträchtigen.
Die gemeinschaftlich genutzten Räume, wie Konferenzbereich und Bibliothek öffnen sich über eine weite Terrasse zum Wasser. (Bild: Marcus Ebener)
Dem Wunsch der Bauherrschaft nach geringem Energieverbrauch und Langlebigkeit konnte auch entsprochen werden: Das kompakte Gebäude hat ein sehr gutes A/V-Verhältnis, außerdem garantieren die 30cm starken Stahlbetonwände mit 24cm Wärmedämmung die Eigenpassivität. Nicht zuletzt werden auch 100 der insgesamt 340 Gründungspfähle zur Nutzung von Geothermie eingesetzt.

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