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Berufschulcampus Linz

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Lieu
Linz
Année
2008

Ein bestehendes Internatsgebäude in Linz aus den 70er Jahren wurde in seiner gesamten Struktur an die Anforderung moderner Beherbergungsbetriebe angepasst. Das Haus bietet in 51 Zimmern Unterkunft für über 200 Lehrlinge im Alter zwischen 14 und 20 Jahren. Die strenge Geometrie des Bestandes ist in Beton manifestiert, weshalb diese Struktur mit neuen Vokabeln und Zubauten zu einer klaren Formensprache übersetzt wurde. Hauptmaßnahmen dafür sind eine Neuformulierung der Fassade, der Ausbau der Baukörperprägnanz sowie die Neustrukturierung der inneren Funktionsabläufe.

Die wesentlichen Eingriffe sind eine atriumsartige Öffnung des Kernbereiches mit Glasböden zur Förderung der internen Übersichtlichkeit und Belichtung, weiter die Öffnung und Bereinigung der Erdgeschosszone mit visueller und physischer Anbindung an die neue Turnsaaltribünenanlage. Darüber hinaus wird der Baukörper um zwei Geschosse erhöht und das verbleibende Halbgeschoss als Sportbereich auf dem Dach den Gästen und Schülern zur Verfügung gestellt. Eine Erweiterung der Großküche definiert einen Halbhof als Platz vorm Haupteingang. Diese Eingriffe tragen zur Verbesserung der Proportion des Gesamtbaukörpers bei. Das Atrium wird mit der neu formulierten Eingangssituation verbunden. In den Obergeschossen grenzen dann gemeinsame Aufenthaltsbereiche an, die zur Fassade hin geöffnet sind und Beziehungen zur Umgebung herstellen. Jede an einer anderen Position im Grundriss, um die Geschosse räumlich und atmosphärisch zu differenzieren. Auch geschoßbezogene Beleuchtungsvariationen und Gemeinschaftsnutzungen wie Bibliothek, Wohnzimmer mit Fernseher, Wohnküche und Internetlounge stiften Identifikation und regen den vertikalen Austausch unter den Schülern an.

Farblich gibt es im Innenraum eine betonte Gliederung in drei Zonen. Die öffentlichen, die in Jadegrün kühl und elegant gehalten sind, weiters Sportflächen, welche mit himmelblauen Böden und Decken strahlen und letztlich die Internatszimmer, welche einen atmosphärisch gedämpften Bereich zur Regeneration der Schüler darstellen. Auf kleinem Raum in Vierbettzimmern organisiert, jedoch mit eigenen Sanitärräumen ausgestattet, sind sie in rubinroter Wandfarbe und kirschholzgetäfelten Decken gestimmt, die Konturen werden aufgehoben, um dem Raum die Enge zu nehmen. Gebürstete Aluminiumoberflächen an Betten und Schränken bilden einen Kontrast, sie schärfen die Grenzen der Privatsphäre. Die Schwelle zwischen diesen drei Welten wird sinnlich erlebbar.

Drei funktionale Boxen mit Cortenstahloberfläche strukturieren die große offene Erdgeschoßfläche. Sie erzeugen gleichermaßen kontrastreiche Lichtstimmungen wie räumliche Abschlüsse für den Speisesaal, der an die Galerie der Doppelturnhalle andockt. Drei hier eingeschobene Pflanzenhöfe sorgen nicht nur für Tageslicht, sie werden vor allem zur visuellen Attraktion im Saal, in ihrer Anmutung großen Aquarien ähnlich. Baumfarne erzeugen den Eindruck eines kleinen Stücks exotischer Landschaft, das hier eingefügt wurde. Die fassadengraue Decke des Erdgeschosses überzieht in Form von Lamellen auch die Höfe. Die Speisenausgabe erfolgt in einer der Cortenstahlboxen, eingefügt zwischen Saal und neu gestalteter Großküche.

Ein Hauptaugenmerk liegt auf der Entwicklung eines energetisch wie gestalterisch hochwertigen Fassadentypus, der weiter Anwendung beim angeschlossenen Werkstättentrakt und in Folge bei ähnlich gearteten Gebäuden finden soll und kann.

Der Charakter der Fassade entsteht durch die streifenartig versetzte Anordnung der verwendeten Materialien, die seine strenge horizontale Gliederung unterstützen. Die den Baukörper beruhigende und alles überspannende Textur leitet sich von Steinmauerwerken ab, deren variierender Glanz aus unterschiedlichen Quarzanteilen in den Steinen entsteht. Je nach Sonnenlicht und Blickwinkel wird der Eindruck von verschieden stark kontrastierenden homogenen Flächen stärker oder schwächer sichtbar. Maßstäblich an die Großfläche angepasst werden ein Meter hohe Paneele aus Emailglas, Blech, Eternit und Solarkollektoren in einem immer ähnlichen Grauwert aneinandergefügt, der Unterschied ist der Glanzgrad.

Neben den deutlichen, energetischen Einsparungen aufgrund der hochdämmenden Fassade – der flächenbezogene Heizwärmebedarf liegt mit 37kWh/m²a um mehr als 20 Prozent unter dem gesetzlichen Standard - gelang es durch die in der Fassade integrierten Solarkollektoren wieder einen wirtschaftlichen Betrieb des bereits aufgegebenen Hallenbades im Untergeschoss zu ermöglichen. Der extrem niedrige Raum unter der Sporthalle wurde durch Einfügen eines himmelblauen Tonnengewölbes, das die Konstruktion abdeckt, in der Wahrnehmung manipuliert und aufgeweitet.

Mit zahlreichen Freizeitqualitäten, die an guten Hotelstandard erinnern, hebt sich das Schülerheim heute wieder ab, die Nachfrage von Schülern aus den benachbarten Berufsschulen ist groß.

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