Eine Ausstellung im Architekturzentrum Wien

Form follows ... Paragraph!

14. Februar 2018
Wenn Haftungsfragen Erfahrungswissen schlagen: „Achtung! Holz kann im Winter rutschig werden“, WU-Campus Wien (Bild: Karoline Mayer)
Allein der Umfang der Wiener Bauordnung ist seit dem Jahr 1829 von 30 auf 140 Paragraphen und rund 20 Nebengesetze angewachsen. In der Ausstellung schafft das Architekturzentrum Wien Raum für die Beschäftigung mit dem Unmut darüber.
Der freie Entwurf, unabhängig von Gesetzen, Regeln und Vorschriften, ist ein vielgeträumter Traum. Sobald ein Entwurf konkrete Form annimmt, "kollidieren" freie Treppen mit Geländern und offene Lerninseln mit dem Thema Brandschutz. Ursprünglich rückte die 1930 aufgelegte Bauordnung für Wien den Schutz der Bevölkerung in den Mittelpunkt. Kuratorin Karoline Mayer erläutert: "Erfreulicherweise ist das Sicherheitsniveau stetig gestiegen. Wir beobachten jedoch vielerorts eine Entwicklung, in der Eigenverantwortung von Warnhinweisen abgelöst wird, wo Spielplätze für Helikoptereltern designt und Geländer allerorts höher werden." Dabei machen uns, so Mayer weiter, „stetig steigende Sicherheits- und Qualitätsstandards offenbar nicht zufriedener. Im Gegenteil, die Wohlstandsgesellschaft ist klagefreudiger geworden.“ 

Die Ausstellung zeigt unverhohlen die Zwänge, in denen heute entworfen und geplant wird. Und die Besucherin erfährt auch persönlich, welch Konsequenzen Bauordnungen haben – so sind im Raum verschiedene begehbare Treppen aufgebaut, die den Bauvorschriften unterschiedlicher Länder entsprechen.
Ausstellungsansicht "Form folgt Paragraph" (Bild: Lisa Rastl)
Sobald Änderungen am Bestand vorgenommen werden, gilt aktuelles Recht (Bild: Andreas Ledl)

Form folgt Paragraph
bis 04.04.2018
Az W | Ausstellungshalle 2
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