'70s im Fokus

Elias Baumgarten
22. Januar 2020
Plakat © Walter Bohatsch

Es war ein intensives Jahrzehnt des Aufbruchs, der Hoffnung, aber auch des Widerstands und der Enttäuschung – die Rede ist von den 1970er-Jahren. Die soziokulturellen Veränderungen jener Zeit schlugen sich auch in der Architektur nieder. Mit der Schau »widerstand und wandel. über die 1970er-Jahre in tirol« und einer begleitenden Publikation widmet sich das aut. architektur und tirol in Innsbruck der spannenden wie einschneidenden Dekade.

Die 1970er-Jahre waren vielerorts eine Zeit des Aufbruchs. Der Glaube an gesellschaftliche Veränderungen war stark, viele hofften auf eine bessere, »fortschrittliche« Zukunft – so auch in Tirol. Gefordert wurden Bildung, Zugang zu Kultur sowie Arbeit für alle. Antiautoritäre Erziehungsmodelle wurden favorisiert, und eine offene Jugendkultur entstand. Es wurden alternative Lebensformen ausprobiert, und man experimentierte mit partizipativen Prozessen. Auch in der Architektur fanden die soziokulturellen Debatten und Veränderungen Widerhall. Heute, mehrere Dekaden später, wurden einige Ziele zwar noch immer nicht erreicht und manche Hoffnungen auch bitter enttäuscht, einige Visionen erwiesen sich sogar als naiv, doch haben 1970er-Jahre unsere derzeitige gesellschaftliche Wirklichkeit trotzdem wesentlich beeinflusst. Und das Jahrzehnt fasziniert ungebrochen. Grund genug für das aut. architektur und tirol, sich den 1970er-Jahren mit einer Ausstellung und einer umfangreichen Publikation anzunehmen: »widerstand und wandel. über die 1970er-Jahre in tirol« wird ab dem 21. Februar und bis zum 20. Juni dieses Jahres in Innsbruck gezeigt. Der Fokus liegt dabei auf Tirol.

Was erwartet Sie? Wie das aut bereits verraten hat, werden verschiedene Bauten – namentlich Wohnhäuser, Schulen und Kirchen – als Zeitzeugen präsentiert. Zudem wurden für die Schau Interviews geführt und aufbereitet. Um das Bild abzurunden und zu vervollständigen, werden ferner Bücher, Plakate, Kunstwerke, Fotos, Filme und Hörspiele gezeigt. Parallel zur Ausstellung, die am 20. Februar um 19 Uhr Vernissage feiert, erscheint eine 512 Seiten starke Publikation. Neben Beiträgen von 23 Autor*innen erwarten sie darin 27 Bauten, die Günter Richard Wett dokumentiert hat. Das klingt spannend! Wir empfehlen daher einen Besuch im Adambräu an der Südbahnstraße (Luis Welzenbacher Platz 1) in der Tiroler Landeshauptstadt.

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