Deutschlands Beitrag zur 17. Architekturbiennale von Venedig

Rückblick als Ansporn

Elias Baumgarten
10. Oktober 2019
Foto via freestocks.org

Arno Brandlhuber, Olaf Grawert, Nikolaus Hirsch und Christopher Roth werden als Team 2038 den deutschen Beitrag zur 17. Architekturbiennale von Venedig verantworten. Das Bundesministerium des Inneren, für Bauen und Heimat (BMI) gab dies am 8. Oktober 2019 bekannt. Details zum Konzept sollen anfangs 2020 präsentiert werde

»Die Kuratoren appellieren mit ihrem Beitrag an Selbstbewusstsein und Wirkungsmacht von Architektur sowie an deren Pflicht, Verantwortung zu übernehmen. Der Auftritt verspricht hohe Aufmerksamkeit durch seine Darstellung von zukunftsorientierten Lösungen für aktuell relevante gesellschaftliche, ökologische und ökonomische Probleme. Ich bin gespannt auf die Gestaltung des deutschen Beitrags und freue mich mit dem Team 2038.«

Anne Katrin Bohle, Staatssekretärin im BMI

Den offenen Wettbewerb hatten sie bereits gewonnen, nun haben sie auch den Auftrag in der Tasche: Arno Brandlhuber, Olaf Grawert, Nikolaus Hirsch und Christopher Roth werden den deutschen Beitrag zur 17. Architekturbiennale von Venedig gestalten. Das zuständige Bundesministerium des Inneren, für Bauen und Heimat (BMI) folgt damit der Empfehlung der Jury um Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums (DAM). »Rückblick aus der Zukunft« wird die Schau des Quartetts heißen. Was im Detail in Venedig gezeigt wird, ist noch geheim. Anfang des kommenden Jahres erst möchten die Kuratoren Näheres verraten. Bisher nur so viel: Die Ausstellung soll ein fiktiver Rückblick aus dem Jahr 2038 sein. Architekt*innen sollen durch diesen ermutigt werden, selbstbewusst Verantwortung zu übernehmen und sich an der Lösung drängender Zukunftsfragen aus Ökologie, Ökonomie und Gesellschaft aktiv zu beteiligen. Wahrscheinlich wird Deutschlands Beitrag damit direkt auf die als Biennale-Motto von Kurator Hashim Sarkis ausgegebene Frage »How will we live together?« antworten.

»Wir blicken mit Gelassenheit zurück, denn es ist nochmal alles gut gegangen. Und oft waren Architektinnen und Architekten mit alten und neuen Modellen und ganzheitlichen Ansätzen an den Erfolgsgeschichten beteiligt. Sie waren Teil der Antworten auf die großen Fragen unserer Zeit, haben sich für das gemeinsame Gelingen stark gemacht und auf systemische Lösungen besonnen.«

Team 2038

Gemeinsam haben Brandlhuber, Grawert und Roth die Filme »Legislating Architecture« (2016), »The Property Drama« (2017) und »Architecting after Politics« (2018) gedreht. Sie wurden unter anderem an der 15. Architekturbiennale von Venedig, der Chicago Architecture Biennial 2017 und als Teil der Wanderausstellung »Legislating Architecture – Architecting after Politics« (seit 2018) gezeigt. Aktuell baut das Tiro an der ETH Zürich den Web-TV Architektursender »station+« auf.

Österreichs Beitrag und Kuratorenteam stehen indes schon seit April dieses Jahres: Die Wissenschaftler Helge Mooshammer und Peter Mörtenböck werden gemeinsam mit dem Büro mostlikely unseren Beitrag zur 17. Architekturbiennale von Venedig gestalten. Heißen wird ihre Schau »Platform Austria«. Sie soll die räumlichen Potenziale der digitalen Revolution beleuchten und fragt nach den städtebaulichen und architektonischen Auswirkungen sozialer Netzwerke wie Facebook oder Instagram.

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