Spa Pavillon

Hinterbrühl
Frontalansicht
Fotografia © Dimitar Gamizov
Außenansicht
Fotografia © Dimitar Gamizov
Seitenansicht
Fotografia © Dimitar Gamizov
Frontalansicht
Fotografia © Dimitar Gamizov
Außenansicht
Fotografia © Dimitar Gamizov
Fotografia © Anton Klyshnia
Außenansicht
Fotografia © Dimitar Gamizov
Dusche_Outdoor
Fotografia © Dimitar Gamizov
Innenansicht
Fotografia © Dimitar Gamizov
Innenansicht
Fotografia © Dimitar Gamizov
Detail Stein
Fotografia © Dimitar Gamizov
Dampfbad
Fotografia © Dimitar Gamizov
Fotografia © Anton Klyshnia
Außenansicht
Fotografia © Dimitar Gamizov
Dusche Outdoor
Fotografia © Dimitar Gamizov
Fotografia © Dimitar Gamizov
Fotografia © Dimitar Gamizov
Fotografia © Dimitar Gamizov
Fotografia © Dimitar Gamizov
Fotografia © Dimitar Gamizov
Fotografia © Dimitar Gamizov
Fotografia © Dimitar Gamizov
Verbindungsgang Fitnessraum
Fotografia © Dimitar Gamizov
Fotografia © Dimitar Gamizov
Architects
smartvoll
Localització
Hinterbrühl
Any
2020
Pisos
1-5 pisos
Equip
Philipp Buxbaum, Christian Kircher, Olya Sendetska

Der Begriff „Wellness-Tempel“ ist die gängige Marketing-Worthülse für Hotelkellerbäder mit Palmendeko und Neonlicht. In der österreichischen Gemeinde Hinterbrühl haben wir hingegen eine private Tempelanlage des 21.Jahrhunderts erbaut. Dass sie dem Wellness-Kult geweiht ist, sieht man ihr auf den ersten Blick gar nicht an, und doch finden hier alle Funktionen – vom Jacuzzi bis hin zum Dampfbad – ihren Platz.

„Die absolut konsequente Verwendung eines einzigen Materials gibt den Outdoor-Bereichen ein Indoor-Feeling und vice versa“, sagt Olya Sendetska von smartvoll.

Der Spa-Pavillon steht am Ende des Parks einer alten Villa gegenüber. Nur leicht steigt der Hang von dem Haupthaus empor – gerade genügend, um den Pavillon optisch von der Jahrhundertwende der Villa zu lösen. Wie eine Skulptur besteht er aus einem einzigen Material: Rauriser Quarzit ist ein Naturstein, der Dampf, Chlor, Saunahitze und Winterfrost unbeschadet übersteht. Die vertikalen Scheiben wirken nicht wie Wände, die horizontalen nicht wie Dächer. Dieser Eindruck entsteht, weil die Wände die Deckenplatten durchstoßen und überragen, um jedes Tragen von sich zu weisen. Die Folge dieser Gestaltung ist, dass die Dachelemente zu schweben scheinen.

Aussicht ohne Einsicht
Im rechtwinkeligen dreidimensionalen Raster wirken die steinernen Scheiben nicht wie zusammengebaut, sondern zueinandergestellt. Sie bilden Räume und Nischen für die Funktionen, öffnen die Sicht oder verschließen die Einsicht. So kommuniziert der Innenraum wie selbstverständlich mit dem umgebenden Grün – ein gesamtheitliches räumliches Erlebnis entsteht. Denn der Pavillon ist nach allen vier Seiten geöffnet. Die gezielte Ausrichtung der Platten schafft dennoch absolute Privatsphäre.

Im Sommer lässt sich kein offeneres Bauwerk denken. Im Winter schieben sich die in den Wand- und Deckenplatten verborgenen Glasflächen vor und über den Pavillon. Dieser ist uneinsehbar – zu jeder Jahreszeit lustwandelt man unbekleidet zwischen Jacuzzi, Dampfbad, Sauna, Dusche, Pool, Liegezone und Bar.

Stein verbindet
Hinter der Bar führt eine Treppe hinab in einen ehemaligen unterirdischen Verbindungsgang zwischen Villa und Pavillon, der bisher als Bowlingbahn benutzt wurde. Glaselemente geben dem langgezogenen Schlauch nun Struktur und markieren einzelne Trainingsbereiche. Der Rauriser Quarzit fügt im Rhythmus mit den vertikalen Mossbepflanzungen den unterirdischen Fitnessbereich mit dem oberirdischen Pavillon architektonisch zusammen.

„Der Pavillon entfaltet gerade über seine monotone und monumentale Anmutung seine kontemplative Wirkung – Ästhetik ist die maßgebende Kraft der Atmosphäre“, sagt Philipp Buxbaum von smartvoll.

Die monolithischen Scheiben des Pavillons strukturieren den Raum auf fferenzierte Weise, schaffen unterschiedliche Orientierungen, Ausrichtungen, Qualitäten, Raumerlebnisse und Außenraumbezüge. Zugleich verbinden sie die einzelnen Zonen zu einer großen, offenen Spa-Architektur. Der labyrinthisch verschachtelte Grundriss kommt ohne Symmetrien und Wiederholungen aus und überrascht stattdessen mit seinem Gefüge. Entstanden ist so ein Fitnessraum mit klarer Struktur und ein Pavillon, der keine Richtung vorgibt, stattdessen das Erleben selbst in den Vordergrund rückt. Ein multidimensionaler Raum, ohne klare Grenze zwischen außen und innen, aber auch ein steinernes Monument, das sich nicht einem reinen Funktionsgedanken unterordnet, sondern für sich stehen darf – mit eigenem Sein und eigenem Sinn.

Nun ist der Pavillon doppelt lesbar: Einerseits steht er in der Tradition der Moderne, mit einer reduzierten Formensprache die Funktionen anschaulich und räumlich erlebbar zu machen. Er brilliert jedoch auch in jener Dimension, die uns bei Wellness von Kult und Tempel sprechen lässt. Ein moderner Zweckbau für einen kultischen Zweck, der dem Bad ein Stück jenes Heiligen zurückgibt, das man ihm in der Antike zuschrieb.

Der Spa-Pavillon war Finalist bei den Architizer Awards und ist Gewinner bei den Best of Year Awards des „Interior Design Magazine“.

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