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noa* network of architecture
3. Juli 2020
Foto: Alex Filz

Das Büro noa* network of architecture hat kürzlich die Innenarchitektur eines Event-Hauses entwickelt. Stefan Rier stellt sich unseren fünf Fragen zum Projekt.

Worin liegt das Besondere an dieser Bauaufgabe?


Die beiden Ebenen, die mit unterschiedlichen Funktionen bespielt werden, lassen sich grundsätzlich mit einem Begriff vereinen: Das »Mit´nond« (das Zusammensein) heißt hier der Claim, der darauf hinweist, welch große Rolle die Gemeinsamkeit – ob beim Kochen, Essen, Feiern, Kartenspielen oder Austauschen – in Südtirol spielt. An jeder Ecke blitzt dieser Gedanke durch und kreiert Orte, an denen ein wenig Stammtisch-Feeling aufkommen kann. Der Tisch per se – natürlich in den unterschiedlichsten Formen – ist allerorts das zentrale Element, wo Herzlichkeit, Lebensfreude und Genuss einander begegnen.

Foto: Alex Filz
Welche Inspirationen liegen diesem Projekt zugrunde?


Die Ausgangsidee für den Entwurf geht auf das traditionelle Gesellschaftsspiel »Watten« zurück, in dem die Symbole Laub, Eichel, Schell und Herz die Hauptrolle spielen. Diese stellen die gedanklichen Leitfäden des Konzeptes dar, die sich durch alle Bereiche des Innenraumes ziehen. Das Laub steht für die Natur und Kulturlandschaft, die Eichel symbolisiert die Lebensart und die Qualitätsprodukte, der Schell wiederum weist auf Öffnung und Innovation hin und das Herz schließlich drückt Geselligkeit, Gastfreundschaft, aber auch Tradition und Vereinswesen aus. All diese Elemente entsprechen dem Wesen Südtirols und wurden durch verschiedene, sorgfältige Kreationen sichtbar gemacht.

Foto: Alex Filz
Wie hat der Ort auf den Entwurf eingewirkt?


Der Raum beherbergt die perfekte Balance zwischen optimaler Nutzung und gastfreundlicher Gemütlichkeit. Kein Detail wurde dem Zufall überlassen. Das aus vielen Ideen zusammengestellte Gesamtbild wirkt homogen und dennoch vielschichtig. Sämtliche Elemente – vom einzelnen Möbel über die Oberflächen bis hin zum Accessoire – wurden in Südtirol produziert, geerntet und geplant. Aber nicht nur das: Auch der Historie wird genügend Platz eingeräumt, unter anderem in Form jener Stühle rund um die großen Tische, von denen jeder einzelne von einem anderen Bauernhof stammt und seine eigene Geschichte erzählt. Die Geschichte des Südtirol-Hauses selbst ist jene von einem Land, das auf Brauchtum, Kulturerbe, Landschaft und die daraus entstehende Vielfalt zu Recht stolz ist.

Foto: Alex Filz
Beeinflussten aktuelle energetische, konstruktive oder gestalterische Tendenzen das Projekt?


Die attraktive Hülle des Südtirol-Hauses, ein modern formuliertes Wechselspiel von Offenheit in Glas und Geschlossenheit in Holz, war bereits in Planung, als das Amt für Innovation, Development und Marketing IDM Südtirol noa* mit der Gestaltung des Interieurs beauftragte. Da das temporäre Gebäude an anderen Standorten ohne großen Verschleiß wieder leicht auf- und abgebaut werden können soll, musste dies natürlich auch bei der Inneneinrichtung berücksichtigt werden. Unsere Hauptaufgabe aber war es, die Besucher*innen des Südtirol-Hauses den Ort und das Land, in dem der Sportevent stattfindet, mit allen Sinnen erleben zu lassen. 

Foto: Alex Filz
Welches Produkt oder Material hat zum Erfolg des vollendeten Bauwerks beigetragen?


Auch außen kommt Südtiroler Tradition zum Zug: Die Wandkonstruktion des Kubus aus Fichtenholz ist komplett mit typischem, grünem Lodenstoff eingekleidet. Darauf wurden punktuell dreieckige Holzpaneele mit herausgefrästen, vom Klöppeln inspirierten Mustern und eingebauten Lichtquellen montiert, die mit den Projektionen auf Wand und Boden ein tolles Lichtspiel entstehen lassen.

Erdgeschoss 
Obergeschoss mit Lounge 
Schnitt 
Standort
Antholz, Südtirol (Italien)

Nutzung
Event Haus

Bauherrschaft
IDM Südtirol-Alto Adige (Innovation Development Marketing)

Architektur
Rubner Haus

Interior Design
noa* network of architecture

Jahr der Fertigstellung
Februar 2020

Gebäudevolumen
980 m3

Fotos
Alex Filz

Vorgestelltes Projekt

BWM Architekten

Salon Sacher

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